Der Umgang mit Bildern gehört zu den kulturellen Leistungen, über die sich Humanität definiert. Zur Klärung ihrer Funktionsweise hinterfragt Gottfried Boehm ihre deiktischen Wurzeln, ihre Logik und ihre Aufhebung im Ikonoklasmus. Er skizziert die Bildgeschichte der Natur, definiert Bilder als zentrales Instrument der Erkenntnisgewinnung und beschreibt ikonisches Wissen als modellhaftes Denken. Von der Archäologie der Zeichnung spannt er den Bogen zu bildlichen Gattungen der Moderne und analysiert den Einfluss von Matisse auf Ausdruck und Dekoration. Eröterungen zur Unbestimmtheit in Bezug auf die Logik des Bildes leiten über zum Bildkurs und zur Untersuchung der Macht, die von Bildern ausgeht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2007
Bernd Stiegler erkennt in Gottfried Boehms Aufsatzsammlung "Wie Bilder Sinn erzeugen" den Versuch, die neu gegründete "Berlin University Press" programmatisch zu positionieren, sowie den Wunsch Boehms als Direktor des Schweizer Forschungsprojekts "Eikon", diesem ein "Profil" zu geben. Dem Autor gehe es darum, das Primat der Sprache über die Bilder durch eine eigenständige Bildtheorie in Frage zu stellen und den Bildern einen jenseits der Sprache zu verortenden Sinn zuzusprechen, erklärt der Rezensent. Nach Boehm vermitteln Bilder Sinn, der sich nicht in Sprache fassen lässt und einer eigenen, eben einer Bildlogik folgt. Was, wie der Rezensent zugibt, reichlich "abstrakt" klinge, führt der Band dann mit vielen Bildbeispielen eindrücklich vor und demonstriert das "bedeutungsstiftende Prinzip" des Zeigens, das den Bildern innewohnt, so Stiegler fasziniert.
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