Im Koreakonflikt sind die Fronten verhärtet wie eh und je und das nordkoreanische Regime zeigt keinerlei Anzeichen für ernsthafte Reformbemühungen. Die wirtschaftliche Lage Nordkoreas ist so katastrophal, dass geschätzte drei Millionen Menschen von einer erneuten Hungersnot bedroht sind. Mit seinem Buch macht Martin Chan auf einen in Europa weitgehend vergessenen und ignorierten Konflikt aufmerksam, der eine enorme globale Sprengkraft entwickeln könnte, sollte er erneut eskalieren. Nach einer historischen Einleitung beschreibt der Autor die Koreakrise aus Sicht der direkt beteiligten Staaten: beide Koreas, Japan und China sowie Russland und die USA. Danach geht er auf mögliche zukünftige Szenarien ein, etwa den Zusammenbruch des Regimes im Norden und eine mögliche Wiedervereinigung sowie deren globalen Auswirkungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2013
Das Buch zählt Christian Y. Schmidt zu den besseren über Nordkorea. Als Abriss der Geschichte des modernen Korea, speziell des Nordens, taugt es ihm ebenso wie als Einführung in die vielfältigen Beziehungen Nordkoreas zu anderen Nationen. Besonders bei dem Verhältnis zu China, so Schmidt, habe Martin G. D. Chan relativ genau hingesehen. Wenn Schmidt allerdings darlegt, wie Chan das Atomprogramm als überlebenswichtig für Nordkorea erklärt, weiß man nicht genau, ob man diese Naivität dem Autor oder dem Rezensenten zuschreiben soll. Allerdings entdeckt Schmidt auch viel Fragwürdiges in dem Buch, das gleich ganz auf Quellenangaben verzichtet. Chans Angaben zum Hungerproblem in Nordkorea, seine Sicht der Weltwirtschaft nach einem etwaigen Zusammenbruch des Regimes und seine Negativprognose für eine friedliche Reformierung des Landes hält der Rezensent für zweifelhaft.
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