Aus dem Französischen von Andreas Jandl. Im eiskalten Sokcho, einem Küstenort kurz vor Nordkorea, begegnen sie sich: die junge Angestellte der Pension und der Künstler aus der Normandie. Während er die Stille von Sokcho zum Zeichnen sucht, möchte sie ihr entfliehen. Mit jedem Gespräch, jedem Spaziergang durch das winterliche Nirgendwo kommen die beiden einander näher. Zwei Gestrandete, die sich nach einem Neuanfang sehnen und ihn jeder auf seine Weise wagen.
Absolut begeistert ist Rezensent Samuel Hamen von diesem Debütroman der Schweizer Autorin Elisa Shua Dusapin, die ihm hier die Geschichte des französischen Illustrators Kerrand erzählt, der auf der Suche nach Inspiration ins südkoreanische Sokcho reist und sich dort der jungen Erzählerin und Herbergsmutter annähert. Wenn ihm Dusapin in "klaren", aufs Wesentliche konzentrierten Sätzen von der "klirrenden" Kälte der Küstenlandschaft und dem "archaischen Glimmen" der kleinen Stadt erzählt, schaudert es den Kritiker geradezu. Zugleich attestiert er der jungen Autorin genug Zärtlichkeit, um der Beziehung ihrer beiden Helden nachzuspüren. Ein von Andreas Jandl gelungen übersetzter Roman, der ohne Kitsch und Analyse von "menschlichen Sehnsüchten" erzählt, schließt der Rezensent.
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