Als er 1905 nach Berlin zog, hoffte der junge Schweizer Schriftsteller Robert Walser, hier den literarischen Durchbruch zu erreichen. Wo sonst würde sich der geeignete Verlag und vor allem das enthusiastische Publikum finden lassen? Walser erlebte in Berlin seine produktivste Zeit. Hier erschienen seine nächsten beiden Romane Der Gehülfe und Jacob von Gunten. Doch fühlte sich der versponnene Dichter nicht wohl unter all den eitlen Künstlern und Schriftstellern. Deprimiert kehrte er 1912 in die Schweiz zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2012
Wolfgang Schneider freut es, dass Gudrun Ortmanns' schmaler Band an Robert Walsers Jahre in Berlin von 1905 bis 1913 erinnert, denn außer einer kleinen Gedenktafel an einem Charlottenburger Mietshaus sind in der Stadt seine Spuren nicht mehr zu finden. In dem Büchlein schildert die Autorin anschaulich, wie sich der Schriftsteller, der zunächst bei seinem Bruder, dem Maler Karl Walser unterschlüpfte, zunehmend in der besseren Gesellschaft "unmöglich machte", lobt der Rezensent. Zugleich hat Ortmanns ein veritables Stück Stadtgeschichte dieser Zeit unter besonderem Blickwinkel vorgelegt, so der sehr eingenommene Schneider.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…