"Tunnel über der Spree": Unter diesem von Theodor Fontane entlehnten Motto schreibt Hans Christoph Buch seine vielbeachteten Erinnerungen an den Literaturbetrieb fort. Erzählungen und Essays, Porträts und Vignetten ergänzen einander zu einer Gemäldegalerie, in der H. C. Buch Wegbereiter und Weggefährten Revue passieren lässt: von Günter Grass, Martin Walser, Uwe Johnson, Hans Magnus Enzensberger und Marcel Reich-Ranicki bis zu Wolf Biermann, Peter Schneider, Sarah Haffner, Uwe Kolbe und F. C. Delius. Geschichten über Goethe, Chamisso und Kafka ergänzen den Band. Buch führt den Leser zurück in das Ost- und das West-Berlin der 1960er und 1970er Jahre und dokumentiert so eine Schriftstellergeneration; ein unterhaltsames Spektakel, das zugleich ein Selbstporträt des Autors ist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.04.2019
Wohlwollend bespricht Helmut Böttiger diesen Band, in dem Hans Christoph Buch auf Leben und Schaffen zurückblickt. Der Rezensent liest die Vignetten gern, in denen der Autor über seine alten Mit- und Gegenstreiter schreibt: Siegfried Unseld, Günter Grass, Marcel Reich-Ranicki, Martin Walser, Walter Höllerer, Gert Loschütz. Frauen scheinen in diesem Kosmos nicht vorzukommen, junge Menschen auch nicht. Böttiger findet den Band dennoch lesenswert und eine "richtige Fundgrube".
Cornelius Wüllenkemper taucht mit Hans Christoph Buch ein in die Vielstimmigkeit der deutsch-deutschen Literatur, trifft Grass, Johnson und Frisch und freut sich über Querverweise zu Fontane und das Leitmotiv der Wahrheit im Buch des Antidogmatikers Buch. Buchs hier versammelte Erinnerungen, Briefe und Essays über Palmen, Schillers Gebeine oder Chamissos Schlemihl erfreuen Wüllenkemper durch ihre unprätenziöse, meinungsfreudige und selbstkritische Taktung. Ein äußerst unterhaltsamer wie lehrreicher Blick auf die Literaturszene und ein Schriftstellerleben, findet der Rezensent.
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