Aliyah ist 23 und seit Jahren auf der Flucht. Unter falschem Namen versteckt sie sich in fremden Städten vor ihrer kurdischen Familie. Sie wollte das Doppelleben, die Heimlichtuerei um die verbotene Liebe zu ihrem Freund nicht mehr hinnehmen. Sie ist bereit, für ihre Freiheit und Selbstbestimmung zu kämpfen und hat akribisch den Ausbruch in ein neues Leben vorbereitet. Doch ihr neues Leben ist gefährdet und trotz ihres Mutes ist Aliyahs Zukunft nun ungewiss vielleicht für immer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2014
Mit viel Lob und Anerkennung bespricht Karin Steinberger Güner Yasemin Balcis Buch "Aliyahs Flucht", das sie als ebenso beklemmendes wie hochpolitisches Werk würdigt. Die Rezensentin folgt hier der Geschichte einer jungen Muslimin, die eine Liebesbeziehung mit einem griechischen Nicht-Muslim beginnt, bald von ihrer Familie terrorisiert wird, zwangsverheiratet werden und ihre Jungfräulichkeit überprüfen lassen soll - bis sie sich mit ihrem Geliebten schließlich auf die Flucht begibt. Steinberger liest das Buch als wütend "wortmächtiges" Plädoyer für Menschenrechte und Gleichberechtigung, das nicht allen gefallen wird, aber umso dringender gelesen werden sollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Die hier rezensierende Fernsehmoderatorin und Krimiautorin Hülya Özkan-Bellut ist der Autorin dankbar, dass sie in ihrem Buch die Probleme junger muslimischer Migranten zwischen Anpassungsdruck und Tradition verhandelt. Dem Buch wünscht sie viele Leser, solche, wie Aliyah, einer jungen Kurdin, deren Geschichte Güner Yasemin Balci hier erzählt, eine Gejagte auf der Flucht vor Zwangsheirat und Ehrenmord. Laut Özkan-Bellut schafft es die Autorin, die Beklemmung spürbar zu machen und zugleich den Teufelskreis zwischen Tradition, Religion und Integration präzise aufzuzeigen und zu kritisieren. Was sie liest, ruft bei der Rezensentin einerseits Fassungslosigkeit hervor, andererseits entgeht ihr nicht das Problem des Buches, seine Anlage zwischen Fiktion und Dokumentation sowie Balcis mitunter allzu emotionale und pädagogisch gefärbte Argumentation. Eine wichtige Diskussion stößt die Autorin laut Özkan-Bellut aber in jedem Fall an.
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