Im letzten Jahrzehnt hat die Kategorie Muslim politische Beschreibungen verdrängt und ethnische Zuschreibungen weitgehend überwölbt. Dialog mit den Muslimen ist zu einem der wichtigsten strategischen Instrumente in einem Diskursfeld geworden, das sich aus Themen wie Sicherheit bzw. Terrorismus, Integration, Religion und demographischer Entwicklung zusammensetzt. "Das muslimische Subjekt" wird in diesem Dialog regelrecht konstruiert. Die Deutsche Islam Konferenz, die 2006 vom Bundesministerium des Inneren ins Leben gerufen wurde, markiert hier einen entscheidenden Wendepunkt. Sie verfolgt nämlich das ehrgeizige Ziel, die gesellschaftliche Integration der muslimischen Einwanderer über die Religion zu regeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2013
Wolfgang Günter kann nicht sicher sagen, ob der Autor dieser Studie der Deutschen Islamkonferenz und ihrer Arbeit nun optimistisch oder pessimistisch gegenübersteht. Anlass findet der Rezensent im Buch jedenfalls zu beidem. Da ist vom Engagement Wolfgang Schäubles die Rede, aber auch von der Unfähigkeit der Konferenz, über Beschlussfassungen hinauszugelangen, schreibt Günter. Levent Tezcans Schilderungen über Aufbau, Arbeit und Teilnehmer der DIK allerdings findet der Rezensent aufschlussreich. Ebenso des Autors ausführliche Ausführungen zu komplexen Fragen, wie derjenigen, was oder wer eigentlich repräsentativ sei für den Islam.
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