Günter Kunert ist einer der wichtigsten Lyriker unseres Jahrhunderts. Keiner hat wie er die Wirrungen der deutschen Geschichte in Gedichten verfolgt, keiner einen so illusionslosen Blick auf den Menschen im Allgemeinen und die Menschen in Deutschland im Speziellen gerichtet. Mit "Als das Leben umsonst war" legt Kunert seine Gedichte der letzten Jahre vor: ironische und unsentimentale Bruchstücke von dem, was aus den großen Untergängen der Weltgeschichte übrig bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2009
Mit hohem Lob bedenkt Rezensentin Beatrix Langner die Gedichte Günter Kunerts aus den letzten Jahren. Sie würdigt den 136 Gedichte umfassenden Band als "vorläufiges lyrisches Vermächtnis" des inzwischen 80-jährigen Dichters. Thematisch sieht sie die Gedichte um die Endlichkeit des Lebens, um Vergeblichkeit und Melancholie, um Überdruss am Alltäglichen, um Alter und Verfall kreisen. Besondere Bedeutung hat in ihren Augen die Sorge des Dichters um das "Wort als Wohnstatt des Geistes". Sie hebt hervor, dass die Klage bei Kunert meistens eine sarkastische oder selbstironische Färbung hat. Besonders gefallen hat ihr der erste Gedichtzyklus, in dem Kunerts Heimatstadt Berlin die Hauprolle spielt. Insgesamt attestiert sie ihm "schlichte Meisterschaft": "elegante Stanzen, launige Kreuzreime und Knittelverse, unbekümmerte Sonette und saubere altdeutsche Fünfzeiler." Und sie alle glänzen in "traumhafter Brillanz und aphoristischer Schärfe".
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