Ein wenig rühmliches Kapitel in der Geschichte der USA ist die Hilfe für jüdische Flüchtlinge im 2. Weltkrieg. 1938 fand im französischen Evian eine von den USA initiierte weltweite Konferenz statt, die zur diplomatischen Farce geriet, in der umdie Kosten der Hilfe gefeilscht wurde. Günter Schubert erzählt diese Geschichte und den weiteren Verlauf der amerikanischen Flüchtlingspolitik bis 1945 engagiert und spannend, ergänzt um viele wenig bekannte Begebenheiten. Erstmals auf Deutsch abgedruckt sind zwei Berichte von 1942 und 1943 an den US-Präsidenten über den drohenden Genozid.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.11.2003
Elke Schubert kann sich für die Studie über die restriktive amerikanische Flüchtlingspolitik zwischen 1938 und 1945 nicht erwärmen. Sie fragt sich, was den Autor Günter Schubert dazu bewogen haben mag, sich mit dem Thema zu beschäftigen, denn über den selben Gegenstand hat 1984 bereits David S. Wyman eine "bahnbrechende" Studie verfasst, informiert die Rezensentin. Der Autor hat ihrer Ansicht nach kaum Neues gegenüber diesem fast 20 Jahre alten Werk anzubieten. Noch mehr aber stören die Rezensentin unbelegte Behauptungen, wie die, dass die amerikanische Bevölkerung und die Regierung vornehmlich eine antisemitische Haltung an den Tag gelegt und damit die Einreise der von der Vernichtung bedrohten europäischen Juden verhindert habe. Sie rät, doch lieber wieder zum Buch Wymans zu greifen, wenn man sich über die amerikanische Flüchtlingspolitik informieren will, denn dort fehlt der "ideologischer Unterton", der ihr bei Schubert unangenehm aufgefallen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2003
In seiner kurzen Kritik lobt Hans-Jürgen Döscher dieses "gut lesbare" Buch von Günter Schubert zur Rezeption des Holocaust in den Vereinigten Staaten vor und nach 1945. Schubert stützt sich auf neueste Befunde der zeitgeschichtlichen Forschung, weiß der Rezensent zu berichten. Besonders entsetzt zeigt er sich von der Begebenheit, die der amerikanische Finanzminister Henry Morgenthau später das "ausgesprochene Versagen unseres State Departments" genannt hat: Ein Telegramm des Jüdischen Weltkongresses von 1942, das über die alarmierenden Anzeichen des Völkermords berichtete, wurde weder in London noch in Washington weitergeleitet. Diese Unterlassung sei Morgenthau zufolge auf "bürokratische Indifferenz, antisemitische Disposition und persönliche Gefühllosigkeit" zurückzuführen, berichtet Döscher.
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