Flucht vor autoritären und diktatorischen Regimen steht uns heute direkt vor Augen. Auch schon während der Zeit des Nationalsozialismus versuchten viele, den rettenden Hafen Schweiz zu erreichen. Dass diese rigide gegen flüchtende Ausländer vorging, gehört zu ihrer Geschichte.
Die Aufarbeitung dieses Kapitels der schweizerischen Geschichte zog sich über 60 Jahre hin und liefert wichtige Erkenntnisse über den Umgang mit und die Aufarbeitung von Vergangenheit. Das Buch hat dabei eine dreifache Stoßrichtung: Es stellt die Fakten der Praxis des Umgangs der Flüchtlinge in der Zeit des Nationalsozialismus dar. Es zeigt dann, wie aus ganz unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten die Aufarbeitung dieser Praxis in der Nachkriegszeit erfolgte. Und es zeigt schließlich die Historisierung dieser Politik und wie neue Zahlen und Statistikmaterial zum Ausgangspunkt erneuter Diskussion von Schuld und Mitverantwortung der Schweiz wurden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2018
Viele haben sich bereits "persönlich, offiziell und historisch" mit dem Thema der Schweizer Flüchtlingspolitik im zweiten Weltkrieg beschäftigt. Guido Koller ist das durchaus bewusst und doch kann er tatsächlich einige Leerstellen füllen, schreibt Rezensent Christoph Wehrli. Darüber hinaus befasse er sich mit bisher weniger beachteten Aspekten, wie dem der exekutiven Kraft in diesem Zusammenhang, aber auch dem Vergleich verschiedener Arbeiten in den letzten 70 Jahren zum Thema und theoretischen Überlegungen zu "Gedächtnis, Erinnerungspolitik und Historisierung" in deren Kontext er seine "Nachgeschichte" zu rücken versucht. Das ist allerdings nicht immer erhellend, so der abwägende Rezensent, der sich gewünscht hätte, Koller hätte sich auf aktuelle Diskussionen bezogen.
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