Peter Hamm preist diese Werkausgabe des Schriftstellers Gunnar Ekelöf als "kühnes verlegerisches Unternehmen" und meint, erst diese seit 1991 erscheinende zweisprachige Ausgabe werde der großen literarischen "Bedeutung" Ekelöfs gerecht. Den Übersetzer Klaus-Jürgen Liedtke würdigt er für sein "fast zwanzigjähriges" Bemühen um den schwedischen Autor und er findet, dass ihm ein "Übersetzerpreis" für seine "so genauen wie sensiblen" Übertragungen gebührt. Allenfalls die eher "knappen" Kommentare und Anmerkungen könnten einen an dieser Ausgabe stören, meint Hamm, weshalb er den vierten Band mit Essays, Briefen und Skizzen hervorhebt. Der stellt so etwas wie einen "Ekelöf-Reader" dar und dort findet sich Poetologisches und Autobiografisches, das zudem bisher nur schwer zugänglich war, so der Rezensent erfreut, der insbesondere die Briefe an Nelly Sachs als "Kostbarkeit" lobt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Sehr liebevoll schreibt Madeleine Gustaffson über diesen Band, dessen Autor sie als "vielleicht größten Dichters des schwedischen zwanzigsten Jahrhunderts" beschreibt. Dabei skizziert sie auch seinen Werdegang und weist darauf hin, dass der Herausgeber Klaus-Jürgen Liedtke mit diesem Band bereits den vierten Band seiner "vorbildlichen" deutschen Ekelöf-Ausgabe vorlegt. Die verstreuten Texte dieses "ketzerischen Orpheus" sind dabei, so Gustaffson, vielleicht der beste Weg, sich dem lyrischen Oeuvre Ekelöfs anzunähern. Auffällig findet sie dabei, dass Ekelöf in seinen Prosatexten alle möglichen Genres und "Hohes und Niedriges" mische und dass er sich in seinen Essays nicht scheue, locker zu assoziieren und scheinbar vom Thema abzukommen. Ekelöf war in Deutschland zuerst durch Übersetzungen von Nelly Sachs bekannt geworden - hier nun finden sich auch einige Briefe Ekelöfs an die Lyrikerin.
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