Gunnar Ekelöf

Färjesang/Fährgesang

Spät auf Erden; Fährgesang; Non Serviam; Im Herbst. Gedichte 1932-1951.
Cover:  Färjesang/Fährgesang
Kleinheinrich Verlag, Münster 2003
ISBN 9783930754304
Kartoniert, 296 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Deutsch-Schwedisch. Ausgewählt und übertragen aus dem Schwedischen von Klaus-Jürgen Liedtke unter Mitwirkung von Manfred Peter Hein.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.05.2005

Peter Hamm preist diese Werkausgabe des Schriftstellers Gunnar Ekelöf als "kühnes verlegerisches Unternehmen" und meint, erst diese seit 1991 erscheinende zweisprachige Ausgabe werde der großen literarischen "Bedeutung" Ekelöfs gerecht. Den Übersetzer Klaus-Jürgen Liedtke würdigt er für sein "fast zwanzigjähriges" Bemühen um den schwedischen Autor und er findet, dass ihm ein "Übersetzerpreis" für seine "so genauen wie sensiblen" Übertragungen gebührt. Allenfalls die eher "knappen" Kommentare und Anmerkungen könnten einen an dieser Ausgabe stören, meint Hamm, weshalb er den vierten Band mit Essays, Briefen und Skizzen hervorhebt. Der stellt so etwas wie einen "Ekelöf-Reader" dar und dort findet sich Poetologisches und Autobiografisches, das zudem bisher nur schwer zugänglich war, so der Rezensent erfreut, der insbesondere die Briefe an Nelly Sachs als "Kostbarkeit" lobt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2005

Die "Strahlung" von Gunnar Ekelöfs Versen wird noch lange spürbar sein, prophezeit Nico Bleutge, der in einer langen Besprechung nicht nur diesen Band, sondern auch die deutsche Gesamtausgabe würdigt, deren sechster und vorletzter Band hiermit vorliegt. Die Übertragung von Klaus-Jürgen Liedtke mildert die "Ruppigkeit" Ekelöfs bisweilen "allzu sehr" ab, kritisiert der Rezensent sanft; trotzdem überzeugt sie schließlich aufgrund ihrer "rhythmischen Kraft". Die "kundigen Nachworte" des Ekelöf-Forschers Anders Olsson sind "einzig um eine Handvoll" Anmerkungen ergänzt, die meist noch vom Dichter selbst stammen. Bei einem "derart belesenen" Autor wie Eklöf, der immer wieder Anspielungen aus Literatur bis hin zur Comicsprache einstreut, "reicht das nicht immer aus", urteilt er streng.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.09.2004

Zum Abschluss seiner Werkausgabe im Münsteraner Kleinheinrich Verlag -solche verlegerischen Großtaten kleiner Verlage kann man nicht genug loben - huldigt Sibylle Cramer dem schwedischen Dichter Gunnar Ekelöf mit einem großen Artikel, der mehr allgemeine Einführung in Leben und Werk des 1968 verstorbenen Dichters bietet, als dass er auf die beiden jüngst erschienenen Gedichtbände in gesonderter Weise einginge. Ekelöfs Werk ist äußerst disparat, erläutert Cramer: er begann mit frühromantischen Gedichten, experimentierte mit den Surrealisten, ließ sich von Kurt Schwitters Lautpoesie inspirieren, bediente sich beim Symbolismus und verschrieb sich zum Schluss der Verbindung von spätantikem Mythos und orientalischer Mystik. Träume, Visionen, Pantheismus, Mystik und Metaphysik, das alles sind Themen, die für Ekelöf durchgängig wichtig waren, schreibt Cramer, immer sei er auf der "Suche nach unausgeschöpften Möglichkeiten des subjektiv eingeschränkten menschlichen Wahrnehmens und Erkennens" gewesen, da war die Dichtung das geeignete Medium und Experimentierwerkzeug zur Transzendierung des gültigen Wirklichkeitsbegriffs. Deutsche Leser kannten Ekelöf bislang nur durch die Übersetzungen von Nelly Sachs, der Kleinheinrich Verlag hat nun in seiner Werkausgabe eine Neuübersetzung gewagt - einen Vergleich nimmt Cramer nicht vor.

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