Aus dem Ungarischen von Hans-Henning Paetzke. Im Mai 2001 erhielt György Konrad den angesehenen Karlspreis der Stadt Aachen. Damit wird einem Antipolitiker ? mit "Antipolitik. Mitteleuropäische Meditationen" wurde er als gesellschaftspolitischer, gegen die herrschenden Strömungen argumentierender Denker bekannt ? ein Preis zuerkannt, der sonst Politikern vorbehalten ist, ein Beleg für die Wirkungsmacht dieses ungarischen Europäers. Der Band beinhaltet seine neuesten Essays, in denen er sich mit der sozialen und intellektuellen Situation Europas am Beginn des 21. Jahrhunderts auseinandersetzt. Im Zentrum seiner Überlegungen steht deshalb das Verhältnis zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2001
Die besten Texte im Band sind für Hans-Peter Kunisch diejenigen, die möglichst beiläufig anfangen. Um so eindrucksvoller wirkt dann offenbar das "durch Erfahrung beglaubigte Wissen eines Zeitzeugen (...) dessen Denken sich durch historischen Abstand differenziert hat." Ganz pragmatisch scheint sich der Autor zu geben, "wie ein Diplomat des Denkens." Und das ist gut so, verhindert es doch Peinlichkeiten, wie Kunisch beruhigt feststellt, der allerdings auch die Gefahr des Floskelhaften, des Glanzverlustes erkennt, zu dem eine solche Haltung führen kann und hier "nicht selten" führt.
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