Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2004
Hanna Vollrath hat eine "katholische Biografie" über Thomas Becket geschrieben, so der Schluss von Michael Borgolte. Vielschichtig, irritierend und rätselhaft; ein starrsinnig Kompromissloser; ein religiöses Genie; ein Bürgersohn, der sich im Namen seiner anglikanischen Kirche mit dem englischen König, seinem ehemaligen Förderer, anlegte; ein Mythos schon zu Lebzeiten, von den Legenden seiner Bewunderer umstrickt - so vieldeutig präsentiert sich das Bild Thomas Beckets über die Jahrhunderte. Und wirklich lösen kann das Rätsel Becket - der 1170 dem berühmten "Mord im Dom" zum Opfer fiel - auch Vollrath nicht, befindet der Rezensent. Ihr Urteil bezeichnet er als "schwankend und widersprüchlich". Doch gibt die Bochumer Historikerin wichtige Hinweise darauf, so Borgolte, auf welcher Grundlage der Ruhm Beckets erwuchs: Er öffnete Englands Horizont, spannte die Insel ein in die internationalen politischen und religiösen Dynamiken.
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