Mit 16 Abbildungen. Herausgegeben von Detlef Junker.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2003
Eine "solide Darstellung" liefert die neue Stalin-Biografie von Heinz-Dietrich Löwe, meint der Rezensent Jürgen Zarusky. Die Studie des Autors zeichnet sich laut Zarusky durch umfassende Recherche und präzise Bewertungen aus. Stalin erscheine bei Löwe als "sehr eigenständige historische Figur". Der Autor setzt mit seiner Analyse bereits vor der Oktoberrevolution ein, was einige interessante Einblicke in den Charakter des jungen Stalin eröffnet, fasst der Rezensent zusammen. Eine "Bruchstelle" hat Zarusky allerdings bei Löwes Bewertung der Rolle Stalins im Zweiten Weltkrieg gefunden. Der Autor vertritt die Auffassung, dass Stalin die Sowjetunion bewusst in den Krieg geführt hat und stützt sich dabei auf eine Rede Stalins vor dem Politbüro am 19. August 1939, berichtet Zarusky. Es sei allerdings inzwischen nachgewiesen, dass diese Rede gefälscht sei, weiß der Rezensent und bedauert diesen Fehltritt in der ansonsten informativen Darstellung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2002
Helmut Altrichter sieht in Heinz-Dietrich Löwes neuer Stalin-Biografie eine anregende Darstellung, die den Forschungsstand kompetent zusammenfasse. Großes Gewicht lege der Autor dabei offenbar auf die Darstellung der ersten 40 Jahre im Leben des Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, die vor allem vor Augen führe, was auf gesicherten Erkenntnissen beruht und was im Nachhinein hagiografisch hinzugefügt wurde. Schließlich spielte Stalin bis 1919 bei den Bolschewiki keine herausragende Rolle, auch wenn es ihm nicht an proletarischem Bewusstsein, an Hass auf die bessere Gesellschaft, an Ehrgeiz und Tatkraft fehlte (er erbeutete bei einem Überfall auf einen Geldtransport eine Viertelmillion Rubel für die Partei!). Aber auch Stalins Griff nach der Macht, der große Umschwung, die Liquidierung der Kulaken als Klasse und der Terror als Methode werden ausführlich geschildert, wie Altrichter zusammenfasst. Obwohl der Rezensent hervorhebt, dass Löwe in seiner Biografie Urteile nicht scheut und neue Akzente setzt, sagt er nicht, inwiefern sich diese von Deutungen oder Wertungen anderer Autoren unterscheidet.
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