Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2009
Eine bestürzende Darstellung des Holocausts in den von den Deutschen besetzten Gebieten der Sowjetunion hat Wigbert Benz mit Ilja Altmans Buch "Opfer des Hasses" gelesen. Deutlich mache Altman, dass die sowjetischen Juden die ersten Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms wurden: 2,8 Millionen sowjetische Juden wurden ermordet, die Hälfte von ihnen aus der Ukraine, 800.000 aus Weißrussland. Und, wie Benz ebenfalls hervorhebt, wurden sie nicht in den Konzentrationslagern ermordet, sondern ganz atavistisch massakriert: erschossen, erschlagen, verbrannt und zu Tode gehungert. Die Schwäche des Buches sieht Benz in der Aussparung der Kriegsgefangenen, ein Pluspunkt erscheint ihm dann wieder, wie Altman über die Unterdrückung des Themas in der Nachrkriegssowjetunion berichtet. Ein öffentliches Erinnern war quasi verboten, die Autoren des Schwarzbuch über den "Genozid an den sowjetischen Juden" wurden des "bürgerlichen Nationalismus" geziehen.
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