Im Weltraum tritt der Mensch seit über dreißig Jahren auf der Stelle. Seit den letzten Mondlandungen hat es sich eingebürgert, Ziel und Zweck der Raumfahrt auf irdische Belange zu beschränken. Doch aus solcher "Raumfahrt für die Erde" wurde alsbald eine Raumfahrt für den Markt und für das Militär. Als Ausweg aus dieser Sackgasse werden neuerdings wieder ehrgeizigere Projekte verfolgt: bemannte Missionen zu Mond und Mars, Kraftwerke und Hotels im All, Terraforming, die Suche nach außerirdischer Intelligenz und interstellare Reisen. Vor diesem Hintergrund entwirft Hans-Arthur Marsiske eine kleine Kulturgeschichte der Weltraumfahrt in philosophischer Absicht - und zeigt damit den Weg zu einer Raumfahrtpolitik, die weiß, dass die anderen Welten, die da draußen zu entdecken oder aufzubauen wären, mindestens genauso wichtig sind wie unsere eigene.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2005
Unbeeindruckt zeigt sich Rezensent Günter Paul von Hans-Arthur Marsiskes Versuch, Szenarien der künftigen Raumfahrt zu zeichnen. Dessen Überlegungen zur Erforschung und Besiedelung des Mars quittiert er gar mit milden Spott, etwa wenn sich Marsiske gegen die Fortsetzung der "blutigen Tradition irdischer Entdeckungs- und Erkundungsreisen" auf andere Planeten ausspricht. Neben dem Marsflug behandle Marsiske auch Weltraumlifte und Sonnenkraftwerke und Hotels im Weltraum, die Kommunikation mit Außerirdischen und die Existenz sogenannter Superzivilisationen. Die Studien, auf die sich Marsiske bezieht, sind nach Ansicht Pauls "längst veraltet". So kommt er zu dem wenig schmeichelhaften Schluss: "Als Gewinn kann man die Lektüre des Buches deshalb kaum bezeichnen."
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