Nach langer Stille um die staatlichen Raumfahrtprogramme erlebt die Weltraumfahrt eine Renaissance unter dem Vorzeichen der Privatisierung. Touristen werden ins All befördert, Pläne zum Bergbau auf Asteroiden ins Auge gefasst, neue Stätten der Menschheit gesucht - so beginnt die Kolonisation des Weltalls. Einher geht damit die Verfertigung eines neuen Menschenbildes, in dem die Realität vollkommen störungsfrei mit der Imagination übereinkommen soll. Ein Bild, wie Jan Völker anekdotenreich, zugleich mit bestechender Stringenz darlegt, aus dem das Unbewusste ausgeschieden ist. Es trachtet nicht nur danach, die Grenzen der mit Kant begründeten Vernunft zu überwinden, sondern auch das von den Apollo-Missionen geschaffene Bild der Erde, das diese als Umwelt des Menschen zeigte und zur Sorge um den Planeten drängte. Im Blick des Kapitals erweist sich die Erde so nur noch als ein zukünftig verlassener Ort, als Ausgangspunkt für eine neue Wirklichkeit des Menschen - der kommenden Apokalypse überlassen.
Eher amüsiert als fasziniert und am Ende deutlich skeptisch liest Rezensent Tim Caspar Boehme Jan Völkers Buch über eine mögliche extraterrestrische Zukunft der Menschheit. Völker ist Philosoph und auch seine Ausführungen zu Menschen im Weltall sind eine philosophische Spekulation, die sich vor allem an Kant und Lacan orientiert, informiert uns der Kritiker. Boehme liest, wie Völker zunächst Schriften Kants untersucht, die um mögliche Außerirdische und deren möglicherweise andere Formen von Vernunft kreisen und in diesem Zusammenhang das Freud'sche Unbewusste ins Spiel bringt. Schließlich denkt der Autor noch mit Lacan über das Verhältnis von Mensch und Technik nach. Insgesamt deutet diese Argumentationslinie, glaubt Völker laut Boehme, auf eine Abnabelung des Menschen von der Erde hin, vielleicht auch auf ein Ende der Menschheit überhaupt. Etwas arg großspurig kommt Völkers philosophischer Pessimismus daher, findet der Rezensent, der sich außerdem an Tippfehlern im Buch stört.
Rezensent Boris Pofalla erfährt bei Jan Völkel, wie Elon Musk den Weltraum kapitalisiert und was Adorno und Kant zum Thema Kapitalisierung der Raumfahrt gedacht haben. Das Buch sieht Pofalla als philosophische Abhandlung, die die Gedankengänge zur privatwirtschaftlichen Expansion der Menschheit ins All nachzeichnet. Beim Lesen trifft er auf erstaunliche Passagen, in denen Kant und Musk als Brüder im Geiste erscheinen.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…