Demokratien geraten von innen und von außen unter Druck. Im Inneren, auf seiten der Bürger/innen, gehen mit Individualisierungstendenzen wachsende Partizipationsansprüche einher; die Herstellung kollektiv verbindlicher Entscheidungen im politischen System wird dadurch schwieriger. Die Beziehungen nach außen sind geprägt durch die Abwanderung politischer Entscheidungskompetenzen aus nationalstaatlichen Institutionen in transnationale, zum Teil supranationale Regime. Die Gleichzeitigkeit steigender politischer Entscheidungsansprüche und abnehmender Entscheidungskompetenzen wird so für nationalstaatlich verfaßte Demokratien zum Problem. Im WZB-Jahrbuch 2000 behandeln 18 Aufsätze verschiedene Aspekte dieses Problems und seiner teils bereits sichtbaren, teils erwartbaren Folgen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.07.2001
Nach Martin Hartmann ist fast allen Beiträgen dieses Bandes der Optimismus in Sachen Demokratie gemeinsam, wobei er jedoch feststellt, dass dieser Optimismus immer auch mit einer Grenzziehung nach außen einhergeht. Bei den meisten Beiträgen sieht der Rezensent ein Anklammern "an ein Modell von Demokratie, dessen intellektuelle Wurzel der Nationalstaat" ist. Auch Europa wird als eine Art großer Nationalstaat betrachtet, der sich nach außen abgrenzen muss. Hartmann scheint es zu bedauern, dass hier nicht mutige Prognosen für die Zukunft gewagt werden, doch offenbar wollte man sich "nicht die Finger verbrennen" wie 1989, als kaum jemand die politischen Ereignisse vorhergesehen hatte. Doch leider - so der Rezensent - werden hier bestimmte Aspekte auch ganz ausgeklammert oder nur am Rande erläutert, etwa die "feministische Perspektive", Migration oder wie "denn ein erfolgreicher europäischer Parlamentarismus wirklich" aussehen könnte.
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