Als Goethe 1790 durch Schlesien reist, schreibt er von unterwegs an Herder und schwärmt davon, welch "sonderbar schönes, sinnliches und begreifliches Ganze" er dort entdeckt habe. Im Zentrum: das Hirschberger Tal, eine der reichsten und idyllischsten Kulturlandschaften Mitteleuropas. Hans-Dieter Rutsch macht sich auf, Schlesien und das Hirschberger Tal zu erkunden, lässt sich von seinen Bewohnern die Geschichte dieses "preußischen Arkadiens" erzählen und spürt den Schicksalen nach, die sich damit verbinden: Wir erfahren etwa, wie sich Caspar David Friedrich von der Schneekoppe, dem höchsten Berg des Riesengebirges, zu einem seiner berühmtesten Gemälde inspirieren ließ, von Gerhart Hauptmanns Rückzugsort in Agnetendorf und von Günter Artmann, einem Polen mit deutschen Wurzeln, der sich seit 1970 für den Erhalt des leerstehenden Schlosses Boberstein engagiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.02.2015
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensent Andreas Kossert Hans-Dieter Rutschs unter dem Titel "Das preußische Arkadien" erschienenes Buch über Schlesien gelesen. Durchaus bewegt folgt der Kritiker den Erinnerungen des Autors an seine Kindheit als Sohn schlesischer Eltern, begleitet ihn durch die von Verlust, Trauer und Heimweh geprägten Bilder der fast vergessenen Landschaft, lernt etwas über kulturelle und historische Bedeutung Schlesiens und liest interessante, kulturgeschichtliche Porträts. Zugleich muss der Rezensent aber gestehen, dass Rutsch, bei allem aufklärerischen Verdienst, die polnische Gegenwart nur am Rande berührt, überhaupt vermisst Kossert einen Blick auf die Geschichte nach 1945. Darüber hinaus erscheint ihm so manches halbfiktionale Porträt, etwa das eines wandernden Caspar David Friedrichs, ein wenig zu rührselig. Etwas weniger Rückwärtsgewandtheit hätte diesem Buch gut getan, meint der Kritiker.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…