Andreas Kossert

Ostpreußen

Geschichte und Mythos
Cover: Ostpreußen
Siedler Verlag, München 2005
ISBN 9783886808083
Gebunden, 448 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Von Ostpreußen geht eine besondere Faszination aus. Nicht nur die herbe Schönheit seiner Landschaft zieht Menschen in ihren Bann, Ostpreußens Kultur- und Geistesgeschichte haben ganz Europa bereichert. Andreas Kossert legt nun eine moderne und wunderbar erzählte Gesamtgeschichte Ostpreußens vor, die sich historiographisch auf höchstem Niveau bewegt. Erstmals wird hier die tausendjährige Vergangenheit des Landes in seiner kulturellen und ethnischen Vielfalt dargestellt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.01.2006

Beeindruckt zeigt sich Thomas Medicus von Andreas Kosserts nun vorliegender Geschichte Ostpreußens. Ein großes Verdienst des am Deutschen Historischen Institut in Warschau arbeitenden Historikers sieht Medicus darin, sich Ostpreußen mit "historischer Genauigkeit" zu nähern und die zahlreichen Mythen - etwa den von der Tannenberg-Schlacht - über die ehemals östlichste deutsche Provinz zu destruieren. Medicus unterstreicht Kosserts Anliegen einer Neuverortung ostpreußischer Geschichte. So vollziehe der Autor mehrere Paradigmenwechsel, so wenn er das Kriegsende 1945 ohne Geschichtsrelativierung oder Revanchismus als Nahtstelle zweier aufeinanderfolgender Totalitarismen begreift. "Frei von den Ideologisierungen der Nachkriegszeit", lobt Medicus das Werk, "zeigt der Antitotalitarismus dieses Buches die Ankunft einer vielversprechenden neuen Historikergeneration". Bei allem Lob gibt es allerdings einen Punkt, der ihn skeptisch stimmt, Kosserts Hauptthese nämlich, wonach das ostpreußische Völkergemisch über Jahrhunderte postnationale Eintracht geübt haben soll. Bei Medicus entsteht hier der Eindruck einer "Reideologisierung unter postnationalen Vorzeichen" vor dem Hintergrund eines "politisch korrekteren multikulturellen Zeitgeists".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.10.2005

Von dieser Geschichte Ostpreußens ist Haug von Kuenheim vollkommen begeistert, denn er findet, dass der Autor Andreas Kossert, Historiker am Deutschen Historischen Institut in Warschau, einen "ganz neuen und für viele überraschenden Blick" auf die Region wirft. Nicht zuletzt durch die Erschließung bisher kaum bekannter Quellen zeichnet Kossert ein "facettenreiches, vielschichtiges Bild" von Ostpreußen, lobt der Rezensent. Das eigentlich "Faszinierende" an der Darstellung ist laut Kuenheim, dass der Autor das "multiethnische Ostpreußen" in den Mittelpunkt seines Buches stellt, in dem von je her Polen, Litauer und Deutsche zusammen lebten. Möglichen Einwendungen, einige Themen in Kosserts Buch seien "zu kurz gekommen", widerspricht der Rezensent entschieden und versichert, dass "alle wichtigen Entwicklungen und Ereignisse" vom Autor aufgeführt werden. Zudem hebt Kuenheim die "Frische" und die "Eindeutigkeit" der Urteile Kosserts hervor und zeigt sich von der Leidenschaft, mit der der Autor seine Standpunkte vertritt, sehr eingenommen. Dieses Buch stellt mit seinen neuen Erkenntnissen so manches "Überlieferte" über Ostpreußen in Frage und nimmt beispielsweise zur Rolle des Adels in der Nazi-Zeit kein Blatt vor den Mund, streicht der Rezensent heraus. Und am Ende seiner Kritik zitiert er zustimmend den Autor, der betont, dass das "versunkene Ostpreußen" dem "Vergessen entrissen" und dessen "Geschichte nach 1945 fortgeschrieben" werden muss.

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