Nach seiner Arbeit über Bachs "Kunst der Fuge" widmet sich Hans-Eberhard Dentler einem weiteren rätselhaften Werk des großen Komponisten. Auf den ersten Blick ist der Anlass des Werkes bekannt und vielfach dokumentiert: Bachs Begegnung mit Friedrich dem Großen und die Geschichte des "Königlichen Themas", welches der Preußenkönig auf einem Fortepiano "vorzuspielen geruheten" und welches Bach "in einer Fuge ausführen sollte". Die Forschung beschränkte sich hauptsächlich auf das so genannte "Satzfolgeproblem". Dentler zeigt, dass sich die eigentliche Bedeutung des Werkes erst vor dem Hintergrund einer aktiven Rezeption der pythagoräischen Überlieferung durch Bach erschließen lässt. So wird in dieser Darstellung ihr sakraler, keinen Ritus beanspruchender Charakter erkennbar, eine "Himmlische Musik" im Sinne der antiken Philosophie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2009
Was Musikwissenschaftlern und Musikern bis heute Rätsel aufgibt, will der Cellist und Musikforscher Hans-Eberhard Dentler in seinem Buch über Bachs "Musicalisches Opfer" entschlüsselt haben, teilt Reinhard J. Brembeck mit. Laut Dentler hat Bach sein "größtes Meisterwerk" nämlich als musikalisches Abbild der durch Planetenbewegungen erzeugten Klänge, der von Pythagoras vermuteten "Sphärenmusik", komponiert und sich dabei sowohl an Johannes Keplers Vorstellung von der "Weltenharmonie" als auch an Boethius Dreiteilung der Musik in Menschenmusik, Instrumentalmusik und Sphärenmusik orientiert. Leider kann Dentler diese These nicht belegen, so der Rezensent skeptisch, der zudem die Lektüre etwas mühsam fand. Trotzdem erscheinen ihm aber die Ausführungen ganz plausibel und zudem die von Dentler favorisierte Anordnung des Musikzyklus in drei Teile - so wurde das "Musicalische Opfer" bereits zu Bachs Lebzeiten gedruckt - durchaus überzeugend.
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