Der von zahlreichen Musikliebenden am höchsten verehrte Tonkünstler unserer westlichen Zivilisation hat keine Oper geschrieben. Und dies, obwohl gerade in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Oper eine Blütezeit sondergleichen erlebte! Dass sich jedoch höchst Dramatisches, ja geradezu Opernhaftes in Bachs weltlichen und geistlichen Kantaten, in seinen Passionen, in Ouvertüren und Tänzen, in Rezitativen und Arien befindet, die uns täglich beglücken, ist nicht nur den Spezialisten von Barockmusik bekannt. Sogar den Laien und Liebhabern der Musik J.S. Bachs liegt dies unverlierbar in den Ohren. Was mag ihn davon abgehalten haben, sich mit den modisch gefragten Opernkomponisten seiner Umgebung und seiner Zeit wie Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel gerade auch in diesem Genre zu messen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2022
Rezensent Bernhard Schrammek überlegt, ob die Titelfrage nicht überflüssig ist, weil es an Bachs Wirkungsstätten einfach keine Opernhäuser gab. Iso Camartin möchte die Frage laut Rezensent allerdings anders beantworten, untersucht Bachs Musik auf ihre "Operntauglichkeit" und schließt: Bach sah sich nicht als U-Künstler. Wirklich Neues für Bach-Fans bietet der Autor auf seiner Erkundungsreise durch das Werk und die Operngeschichte nicht, meint Schrammek, eher referiert er andere Forschungsergebnisse. Wenn Camartin Bach-Arien betrachtet, kann Schrammek allerdings doch noch was lernen, wären da nicht die vielen Sachfehler, nörgelt der Rezensent.
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