Die "Clemenza di Tito" war die letzte Oper, die Wolfgang Amadeus Mozart wenige Monate vor seinem frühen Tod komponierte. Hans-Joachim Fritz analysiert das Werk in seinem aktuellen Zeitbezug vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und der historischen Ereignisse in Österreich unter Kaiser Leopold II. So öffnet er die Perspektive für die aufklärerisch-humanitären Visionen, die Mozart in seinem letzten Lebensjahr 1791 in sein Werk eingewoben hat. Der wie nie zuvor politisierte und freimaurerisch engagierte Komponist schuf mit ihr ein spätes Meisterwerk, das lange Zeit zu Unrecht nur wenig Beachtung fand. Diese erste Monografie in deutscher Sprache zur "Clemenza" bietet eine kenntnisreiche Zusammenfassung des bisher über viele Publikationen verstreuten Wissensbestandes zum Werk und seinem Umfeld.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2013
Rudolf Neumaier findet es mutig, wenn ein Verlag einem ehemaligen Architekturprofessor ein Buch über eine Mozartoper anvertraut. Doch auch, wenn Hans-Joachim Fritz sich akribisch mit der Geschichte von Mozarts "Clemenza di Tito" auseinandergesetzt hat, sollten weder die Musikwissenschaft noch Mozartliebhaber allzu hohe Erwartungen hegen, warnt der Rezensent. Er fördert einige schöne Anekdoten zutage, zum Beispiel über Goethes Inszenierung der Oper, zu der unter anderem Hegel, Schelling und Schlegel kamen, beschränkt sich in seiner Analyse laut Rezensent allerdings ausschließlich auf seine eigenen Einfälle und lässt die Rezeptionsgeschichte vollkommen außer Acht. Gerade die hätte Neumaier aber besonders interessant gefunden.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…