Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer. Als Kind hieß er noch Emanuele. Bis sich sein Vater, ein jüdischer Lederarbeiter, im antisemitischen Klima von Ceneda gezwungen sah, die Familie taufen zu lassen und den Sohn nach dem dortigen Bischof zu benennen. Zehn Jahre später erhält der Konvertit selbst die Priesterweihe - und wird nach Bekanntschaft mit einer verarmten Patrizierin doch lieber Lehrer. Das Leben Lorenzo Da Pontes ist geprägt von einer unablässigen Identitätssuche, von freiwilligen und erzwungenen Rollenwechseln. Aus Venezien verbannt, kommt er nach Wien und schafft gemeinsam mit Mozart drei der wichtigsten Werke der Operngeschichte. Eine Intrige am Kaiserhof zwingt ihn zur Flucht nach London, der finanzielle Ruin zum Aufbruch nach Amerika.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2012
Das Trostlose eines getriebenen Daseins vermag der Autor dem Objekt seines Wohlwollens nicht wegzuschminken. Birgit Pauls spürt es auf fast jeder Seite dieser chronologisch angelegten Biografie über Mozarts Librettisten Lorenzo da Ponte, die sich auf Da Pontes eigene Memoiren und einige Zeitzeugenberichte stützt. Vor allem gegen Ende des Buches scheint ihr der Biograf Rodney Bolt der Selbststilisierung Da Pontes zu erliegen und dem romanhaften Schildern nachzugeben, das Pauls misstrauisch macht. Etwas mehr Sozialgeschichte und Quellenkritik, meint sie, hätte dem Buch gut getan.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2011
Welch ein Paradiesvogel! Rezensent Manfred Schwarz neidet nach dieser Lektüre nicht nur Mozart seinen Librettisten, sondern auch dem Teufelskerl Lorenzo Da Ponte, Sänger, Dichter, Lehrer, Priester, Märchenheld, selber seine Zeit, die einen wie ihn erst möglich machte, ihn gewähren ließ und sogar Gefallen an ihm fand. Was Da Ponte selber aufgeschrieben hat, freut sich Schwarz, ist allerdings nichts gegen die Wirklichkeit seines bunten Lebens, das ihn von Venedig über Wien und London bis in die USA führte. Rodney Bolt hat das mal zusammengefasst, nicht eben mit der stilistischen Brillanz eines Hermann Kesten, meint Schwarz, aber doch so ausführlich und genau wie nie - keine Kleinigkeit, findet er, bei diesem rasanten Lebensweg. Dankbar über den ein oder anderen kulturgeschichtlichen Exkurs, genießt der Rezensent dies pralle Leben und rät den jungen Spießbürgern von morgen zu dieser Lektüre statt zum Bausparvertrag.
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