Mit einem Nachwort von Doron Rabinovici. "Dies Buch geht von der Behauptung aus, dass die bürgerliche Aufklärung gescheitert ist." Hans Mayers Außenseiter ist eine profunde und scharfsichtige Analyse eines jahrhundertealten, bis heute wirksamen Komplexes: der mangelnden Emanzipation von Frauen, Homosexuellen und Juden. Seine Ausgangsthese belegt Mayer an der Aufklärung liebstem Kind: der Literatur. Ihre Figuren wie auch die Biografien ihrer Schöpfer belegen, dass die Forderung nach der allgemein menschlichen Gleichheit zum Luftschloß wurde. Außenseiter ist vor allem der Versuch eines brillanten Essayisten, Geschichte als Prozeß greifbar zu machen, der auf uns alle einwirkt, zu dem uns nur allzuoft das Bewußtsein fehlt. Mayers 1975 erschienenes Buch hat bis heute nichts an intellektueller Faszination und Aktualität verloren. Am 19. März 2007 wäre Hans Mayer 100 Jahre alt geworden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2007
Rezensent Gustav Seibt begrüßt diese Neuauflage von Hans Mayers "Außenseiter" zum hundertsten Geburtstag des bedeutenden Literaturwissenschaftlers. Er sieht in dem 1975 erstmals erschienenen Werk über die "Verlorenen der bürgerlichen Aufklärung" - Juden, Frauen und Homosexuelle - Mayers "Vermächtnis" und laut Seibt sein "wichtigstes Buch". Mayer, für den als homosexuellen Juden das Außenseitertum selbst eine prägende Erfahrung war, formuliere hier eine Philosophie der "Ungleichheit aus egalitären Motiven, nicht aus Nietzscheanischem Herrenmenschentum". Seibt würdigt Mayer nicht nur als "wichtigen" Zeuge des 20. Jahrhunderts, sondern auch als "Denker der menschlichen Diversität", der auch im 21. Jahrhundert fortleben werde.
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