Doron Rabinovici

Credo und Credit

Einmischungen
Cover: Credo und Credit
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783518122167
Taschenbuch, 180 Seiten, 9,15 EUR

Klappentext

In dieser Sammlung von Essays, Aufsätzen und Betrachtungen beschäftigt sich Doron Rabinovici mit Fragen zur Literatur und Politik. So erzählt er vom Aufwachsen zwischen der Muttersprache Hebräisch und der Adoptivsprache Deutsch und dem Zauber des ersten Lesens in der elterlichen Bibliothek . Der Band enthält eine Abhandlung über den jüdischen Witz und über die frühkindlichen, jüdischen Einflüssen auf Elias Canetti ebenso wie eine Hommage an Leo Perutz. Scharf setzt er sich auch mit den aktuellen Entwicklungen in Österreich auseinander und stellt die Frage: Brauchen wir ein europäisches Verbot der sogenannten Auschwitzlüge?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.08.2001

Dass Doron Rabinovici, der bisher als Erzähler, Romanschriftsteller und wissenschaftlicher Autor Beachtung gefunden hat, auch die Form der pointierten und zugespitzten Reflexion beherrscht, stellt er in seinem jüngst erschienenen Essay-Band unter Beweis, meint Andreas Kilcher. Hier finde man anspruchsvolle Betrachtungen, ernst, aber auch witzig, zu aktuellen Fragen der Literatur und der Politik, und dies aus der Perspektive eines Juden, der in Wien lebt und auf Deutsch schreibt, wie es der Autor selbst formuliert. Kilcher analysiert detailliert die Funktion des Witzes in Rabinovicis Schreiben. Der Witz sei nicht nur Triumph über das Verbrechen und "Widerstand gegen den Hohn, weil er der Erniedrigung zuvorkommt", sondern auch im freudianischen Sinne die "Offenbarung des Unbewussten", erklärt er. Der Witz habe eine tabubrechende Funktion, führt er fort, und korrespondiere in dieser Eigenschaft mit verschiedenen Themen von Rabinovicis Aufsätzen. Aber auch den "Witz als Triumph über das Verbrechen" sieht der Rezensent immer thematisch verknüpft, beispielsweise mit der Analyse der Bedingungen der Möglichkeit der Verbrechen an den Juden. Er zitiert abschließend das gewichtige Ergebnis von Rabinovics Analyse: "Ohne Christentum und seinen Antijudaismus wären die nationalsozialistischen Verbrechen nicht möglich gewesen."

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