Wörter aus dem Jiddischen werden heute von jedermann gebraucht, ohne dass man sich dessen immer bewusst ist. Sie waren bis ins vorige Jahrhundert Zeichen der jüdischen Familiensprache und wurden dann im Journalismus als außergewöhnliches Stilmittel verwendet. Seit dem 18. Jahrhundert kommen sie in größerer Zahl in der deutschen Literatur vor. Das kleine Lexikon stellt diesen besonderen Wortschatz der deutschen Verkehrssprache in seinen signifikanten Erscheinungen vor. Dabei werden nicht nur allgemein bekannte Ausdrücke wie dufte, Macke, mies, Pleite, Schlamassel, Schmu, Tacheles oder Zoff erklärt, sondern auch weniger bekannte Wörter wie Eizes, Geseires, Goi, Katzoff, Melech, nebbich, Schabbes, Schammes, Schickse oder Zores. Es werden Wege der Entlehnung ins Deutsche, Besonderheiten des Gebrauchs, Probleme des historischen Missbrauchs, Verwendungsweisen und stilistische Aspekte aufgezeigt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2003
Die bestens informierte Rezensentin Stefana Sabin preist das neueste Werk des Germanisten Hans Peter Althaus, das "Kleine Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft", in den höchsten Tönen. Denn über die Erklärung der Etymologie hinaus führe Althaus auch "dialektale und soziolektale Unterschiede" und literarische Quellenhinweise auf, erklärt die mehr als zufriedene Rezensentin. Doch damit nicht genug, aus den gut 1100 aufgeführten Begriffen, die von "Abzocke" übe "Ganove" hin zu "Zoff" reichen, erschließe sich die Geschichte der "gegenseitigen Durchdringung" zwischen dem Jiddischen und Alltagsdeutschen. Anhand der Sprache, so Sabin, zeigt sich "implizit auch die unheimliche Verwobenheit deutscher und jüdischer Kultur".
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