Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2004
Dorothea Dieckmann schwelgt in Bewunderung. Im Titel findet sie schon den ersten Anhaltspunkt, wie man das Buch verstehen soll: Das Wort "im" deute auf einen Erzählanlass, nicht auf eine Reisebeschreibung hin und so gehe es eben nicht ums Ankommen, sondern um Dasein- in den Worten. Der Autor, so die Rezensentin, entledige sich sogar jeder räumlichen Fixierung. Und so ist der Begriff Urlaub bei dem Autor "lediglich eine lizenzierte Schrumpfform der mythischen Kinderfreiheit vom Denkenmüssen" und um dieses "poetische Zentrum" spinnen sich Skizzen, Szenen, oder wie es die Musikwissenschaft sagen würde: Fantasien. Begeistert ist die Rezensentin von der Sorgfalt, mit der diese auf Abwege geraten, in "vorsichtige wie verstiegene Assoziationspfade", die sogar mit "magischer Logik" und "surrealem Witz" in einer Unterhaltung des Reisenden mit einer Ente enden können. Dies sei eine literarische Wahrnehmung, so die Rezensentin, die mit der "Empfänglichkeit des Sprachlosen" eben keine Suche nach touristischen Sehenswürdigkeiten darstellt. Vielmehr, so die berauschte Dieckmann, wird eine "Sprache für das Unsagbare" erfunden.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…