Der ehemalige Senatsbaudirektor Hans Stimmann meldet sich mit diesem Buch als Akteur des Berliner Städtebaus zurück. Mit dieser Publikation will er anstiften zu mehr Bürgersinn und zu mehr zivilgesellschaftlicher Verantwortung, wenn es um die Frage nach der Wiederbelebung des historischen Zentrums geht. Der aufwändig gestaltete Band wird bereichert u. a. mit Texten des Architekturhistorikers Jörn Düwel, des Pfarrers Gerhard Boß und der Stadtplanerin Ulla Luther sowie mit provokanten Entwürfen für das historische Zentrum (u. a. Hans Kollhoff, Bernd Albers, Augusto Romano Burelli).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2009
Innovatives Denken ist nicht unbedingt die Stärke des einstigen Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann, weiß Jürgen Tietz. Dass Stimmann mit seinen Vorschlägen zur Wiederbebauung des Areals zwischen künftigem Schloss und Fernsehturm weiter die Retrowelle reitet, wundert ihn deshalb nicht. Stimmann will keine Fassadenrekonstruktion, immerhin. Die im Band mit Testentwürfen gestützte Idee einer Wiederbelebung des historischen Stadtgrundrisses mit kleinteiligen zeitgenössischen Bauten unter Berücksichtigung von Traufhöhe und Parzellenstruktur erinnert Tietz allerdings hinlänglich an die übrige architektonische Durchschnittsware in Berlins Mitte. Wegweisend für ein Berlin des 21. Jahrhunderts, stöhnt der Rezensent, sei das ganz und gar nicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2009
Regina Mönch ist voll des Lobs für Hans Stimmanns Buch "Berliner Altstadt". Vor allem begrüßt sie das Plädoyer des Architekten und einstigen Berliner Senatsbaudirektors für eine urbane Wiederbelebung des "traurigen Ödlands" im historischen Zentrum der Stadt. Die Ideen des Autors zu einer lebendigen Bürgerstadt hat sie mit großer Zustimmung gelesen. Instruktiv findet sie auch die Ausführungen über den Umgang Berlins mit seinem historischen Gedächtnis. Der "spannende" und "reich illustrierte" Band bietet in ihren Augen immer wieder unerwartete Blicke auf die Stadt. Gefallen haben ihr zudem die "plastischen Schwarzpläne" des alten Zentrums.
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