Mit unveröffentlichtem Material aus dem Nachlass des großen Essayisten. Arno Schmidt (1914-1979) hat zu Lebzeiten nur einen Autor als Schüler angenommen und als Nachfolger akzeptiert: Hans Wollschläger. Dieser hatte in Gestus und Anspruch eine Stellung im Literaturbetrieb, die der seines bewunderten Vorbildes durchaus ähnelte, schließlich betätigte sich auch Wollschläger als unabhängiger Grenzgänger auf den verschiedensten Gebieten. Ihre Verwandtschaft lag aber weniger im literarischen Stil als in ihrer Weigerung, die Ansprüche des Marktes nach konformer Ware zu befriedigen. Dieser Band enthält neben bekannten Texten auch unveröffentlichtes Material aus dem Nachlass, in dem Wollschläger Schmidts historisch gewordene Gestalt in Form eines Dialog-Essays nachzeichnet und dabei das biographische Erinnern selbst zum Thema macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2009
Nichts gegen Arno Schmidt und auch nichts gegen dessen Schüler und Bewunderer Hans Wollschläger, meint Jan Wiele. Doch was Wollschlägers Band an Essays, Reden und Gesprächen über Schmidt vereint, ist dem Rezensenten dann doch etwas zu sehr aus der Perspektive der Verneigung verfasst und lässt die kritische Distanz vermissen. Die Schmidt-zentristische Literaturgeschichtsschreibung kauft Wiele dem Autor nicht ab, ebenso dessen krause Rhetorik, die er alles andere als verständnisfördernd findet. So dunkel und mitunter verstörend feindlich (in der Replik auf Dieter Kuhn) dem Rezensenten Wollschlägers Kompendium auch erscheinen mag, es birgt für ihn auch Erstaunliches, wie das Fragment eines Rundfunkgesprächs über Leben und Werk Arno Schmidts - im vom Autor hoch verehrten Stil des Schmidt'schen Rundfunkessays selbstredend.
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