Herbert Blank, Inge Thöns

Librairie Au Pont de l'Europe

Die erste Exilbuchhandlung in Paris
Cover: Librairie Au Pont de l'Europe
Wallstein Verlag, Göttingen 2018
ISBN 9783835333253
Gebunden, 376 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Die erste deutsche Exilbuchhandlung in Paris - Treffpunkt von Literaten und Künstlern wie Klaus und Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Joseph Roth und Robert Musil. Von 1933 bis 1940 war die Buchhandlung "Au Pont de l`Europe" ein intellektuelles Refugium für die aus Nazi-Deutschland vertriebenen Literaten und Künstler und zugleich ein Ort der Begegnung zwischen zwei Kulturen - der französischen und der deutschen. In der von dem jüdischen Verleger und Buchhändler Ferdinand Ostertag gegründeten ersten deutschen Exilbuchhandlung in Paris trafen sich Berühmtheiten wie Alfred Döblin, Klaus und Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Joseph Roth, Robert Musil, Anna Seghers, Ernst Toller, Franz Werfel und Kurt Wolff. Marlene Dietrich, Lotte Lenya und Kurt Weill waren dort ebenso zu Gast wie André Gide, Julien Green, Gertrude Stein und Paul Valéry. 1940 wurde "Au Pont de l`Europe" von der französischen Polizei beschlagnahmt, Ferdinand Ostertag flüchtete weiter, bis nach New York. Was blieb, war das Gästebuch der Buchhandlung, in das sich 64 prominente Besucher eingetragen haben und das in diesem Band vollständig als Faksimile wiedergegeben wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2019

Rezensent Jan Knobloch erfährt Wissenswertes über die erste Exilbuchhandlung im Vor-Vichy-Paris. Was Inge Thöns und Herbert Blank über die Buchhandlung und ihren Besitzer Ferdinand Ostertag zusammengestellt haben, gibt Knobloch einen Eindruck vom Wirken Ostertags und seiner Rolle in der Exilantenszene. Namen wie Musil, Roth, Werfel oder Stein, die laut Rezensent im mit abgedruckten Gästebuch auftauchen, vermitteln eine Ahnung von der Bedeutung Ostertags. Die Recherchen der Autoren legen nicht nur Ostertags Werdegang frei, sondern ergeben für Knobloch außerdem ein Stück Intellektuellen- und Literaturgeschichte. Die Kontextualisierungen im Band scheinen dem Rezensenten mitunter allzu detailliert, charakterlich bleibt Ostertag dagegen eher unscharf, findet er. Sein Umfeld darzustellen, gelingt den Autoren aber umso besser, meint Knobloch.
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