Für mehr als 40 Jahre war Albanien ein abgeschottetes Land, das einen rigiden Stalinismus praktizierte, in dessen Zentrum Diktator Enver Hoxha in einem exzessiven Personenkult gehuldigt wurde.Es gab mehr Bunker als Autos, Kirchen und Moscheen wurden zu Sporthallen und jeder, der auch nur den Hauch von Zweifel äußerte, marschierte ins Arbeitslager. Fußball gehörte zu den wenigen erlaubten Ablenkungen, und nirgendwo in Europa gingen prozentual zur Bevölkerungszahl mehr Menschen in die Stadien als in Albanien.30 Jahre nach der Revolution von 1990-1991 hat sich Hardy Grüne auf eine Reise durch Albanien begeben. Er traf im ganzen Land auf Fans und Experten, tauchte mit ihnen in die Fußballvergangenheit ab und begab sich auf die Suche nach der Gegenwart. Seine Reise führte ihn in Stadien, in denen einst die politische Revolution ihren Ausgang nahm und in denen heute der Verfall vom traurigen Niedergang des albanischen Fußballs kündet.
Rezensentin Alina Schwermer kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, denn Hardy Grüne erzählt hier nicht nur Geschichten des albanischen Fußballs, sondern zeichnet zugleich auch ein liebevolles Panorama das Landes. Schwermer reist mit ihm durch die atemberaubende Bergwelten und ölverseuchte Mondlandschaften, von Tirana über Vlore nach Kavaja. Sie begegnet den rechten Fußballfans von Rekordmeister Tirona und den Kommunisten vom Armeeklub Partizani. Schwermer lernt, dass der albanische Fußball - um nicht zu sagen: Albanien - unter Perspektivlosigkeit und Korruption, kriminellen Investoren und Europas übermächtigen Ligen leidet. Ganz warm ums Herz wird ihr aber, wenn die Fußballfans schmachten: "Ich liebe den Fußball so sehr, dass es schmerzt." Nur ein Kapitel zum Frauenfußball fehlt der Rezensentin.
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