Wollten Sie auch schon öfter mit dem Rauchen aufhören, die Steuererklärung endlich abgeben, das Chaos im Arbeitszimmer beseitigen oder jetzt wirklich gesünder essen? Und haben Sie es dann doch nicht getan? Dann sind Sie nicht allein. Die Willensschwäche und das Laster sind kleine Fluchten in einer Welt, die uns immer mehr Leistung und Perfektion abverlangt. Harry Nutt wirft einen liebevollen Blick auf unsere kleinen und großen Schwächen und erschließt eine Vielzahl philosophischer und historischer Bezüge. Er plädiert für einen entspannteren Umgang mit den vermeintlichen Untugenden und zeigt, dass dies uns allen nützen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2009
Die Welt als Feuilleton. Nutt bewahre, scheint Rezensent Alexander Kissler sich zu denken, der Harry Nutts geschmeidigen Versuch einer Nutzbarmachung unserer Untugenden (Rauchen, Saufen, Unzuverlässigkeit etc.) dialektisch als Anlauf begreift, sich der Metaphernherrlichkeit, Spiegelfechterei und Welterklärungsallüre des Feuilletonisten endlich zu entwöhnen. Dass Nutt die ennervierende Seite der propagierten Lässigkeit (Stichwort: Zuspätkommen) seinen Mitmenschen überlässt und der Meinung ist, kreative Drogenopfer wie Amy Winehouse sollten Dankbarkeit für ihr Los empfinden, findet Kissler bei aller Ironie dann doch mindestens "putzig".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2009
Recht eingenommen ist Rezensent Ernst Horst für Harry Nutts Buch über die schwachen Seiten des Menschen. Allerdings würde er lieber – schließlich ist das Fleisch nun einmal schwach – von einem "Trostbuch" sprechen als von einem "Ausredenbuch" wie es im Untertitel genannt wird. Anders als Wolfgang Sofsky, der in seinem "Buch der Laster" die "Wurzelsünden" beschreibt, findet er bei Nutt eher die lässlichen Sünden wie Shoppen, Rauchen, Faulenzen, Schuldenmachen vorgeführt. Erhellend scheint ihm die Beschreibung unseres irrationalen Umgangs mit diesen Lastern. Dabei hebt er insbesondere die Analyse der manisch-depressiven Art, mit Schwächen umzugehen, hervor. Insgesamt hält er die Beschäftigung mit menschlichen Lastern auch insofern für sinnvoll als sie indirekt auch einen Blick auf die Stärken der menschlichen Natur ermöglicht.
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