Kevin Klamann, Wolfgang Seibel, Hannah Treis

Verwaltungsdesaster

Von der Loveparade bis zu den NSU-Ermittlungen
Cover: Verwaltungsdesaster
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2017
ISBN 9783593507873
Kartoniert, 320 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Unter Mitarbeit von Timo Wenzel. Bürgerinnen und Bürger demokratischer Rechtsstaaten vertrauen darauf, dass der Staat Gefahren für Leib und Leben rechtzeitig erkennt und abwendet. Versagen Staat und Verwaltung vor dieser Aufgabe, kommt es auf rigorose Ursachenanalyse und die Abschätzung allgemeiner Risikofaktoren an. Dem widmet sich dieses Buch am Beispiel von vier spektakulären Fällen. Es geht um den Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall 2006, die Loveparade- Katastrophe in Duisburg 2010, das Versagen der Hamburger Jugendbehörden bei der tödlichen Misshandlung eines Kindes 2013 und das Unvermögen der Polizei bei der Fahndung nach den NSU-Mördern in den Jahren 2000 bis 2007. Keine dieser Tragödien, so die Autoren, war unabwendbar, alle beruhten auf Fehleinschätzungen erkennbarer Risiken, die aufgrund von Kosteneinsparungen, Konfliktvermeidung, geringer Widerstandsfähigkeit möglicher Betroffener oder der Politisierung von Fachfragen vernachlässigt wurden. Das Buch verbindet diese Fallanalysen mit einem Plädoyer für eine neue Verantwortungsethik in der Verwaltung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2018

Rezensent Guido Tiemeyer empfiehlt das Buch von Wolfgang Seibel, Kevin Klamann und Hannah Treis. Die vier im Buch enthaltenen Fallstudien zum Thema Verwaltungsversagen lassen den Rezensenten paradoxerweise gerade die Bedeutung bürokratisch-rechtsstaatlicher Organisation erkennen, Beispiel Loveparade-Desaster oder NSU-Morde. Die empirische Genauigkeit und die nüchterne Analyse der Autoren findet Tiemeyer beeindruckend. Dass sie Ursachenforschung dem Anprangern von Behördenversagen vorziehen, rechnet er ihnen hoch an. Für Tiemeyer Ausdruck der Hoffnung, aus Fehlern zu lernen.
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