Hartmut Kaelble

Sozialgeschichte Europas

1945 bis zur Gegenwart
Cover: Sozialgeschichte Europas
C.H. Beck Verlag, München 2007
ISBN 9783406549847
Gebunden, 437 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Hartmut Kaelble widmet sich in dieser Sozialgeschichte Europas vielen brisanten Themen der aktuellen öffentlichen Diskussion. Er untersucht Veränderungen der Familienstruktur, der Arbeitssituation, der Bildungssysteme, des Konsumverhaltens, der Migrationsströme und sozialen Sicherungssysteme in den einzelnen Ländern; aber auch Fragen nach gemeinsamen europäischen Werten und sozialer Ungleichheit werden aufgeworfen. Ausgehend von der Nachkriegszeit wird die Epoche des Wirtschaftsbooms beschrieben, währenddessen sich der Massenkonsum durchsetzt, aber auch die modernen Städte und der Wohlfahrtsstaat Gestalt gewinnen. Einen großen Raum nimmt die Epoche der 1970er und 1980er Jahre ein, die einen grundlegenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft markiert: Ölschock, wachsende Arbeitslosigkeit, die Pluralisierung der gesellschaftlichen Modelle und die neuen sozialen Bewegungen zeigen gravierende Veränderungen der europäischen Gesellschaften an. Schließlich beschreibt Hartmut Kaelble die Veränderungen seit 1989, die einen erneuten Wertewandel mit sich brachten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2007

Durchaus zufrieden ist Marianne Kneuer mit Hartmut Kaelbles Sozialgeschichte Europas seit 1945. Allerdings hat sie auch einiges daran auszusetzen. Für den Historiker nämlich bietet das Werk ihres Erachtens kaum Neues. Anders sieht es für den Nichthistoriker aus. Für diesen scheint ihr das Buch höchst interessant, eine "spannende Entdeckungsreise" durch Europa, die neben erstaunlichen Gemeinsamkeiten bemerkenswerte Unterschiede vor Augen führt, zumal viele der behandelten Themen aktuelle Fragen aufgreifen. Kritisch äußert sie sich über die Strukturierung des Werks, die auf den Laien "ermüdend" wirke, dem Wissenschaftler allerdings "übergliedert" erscheine.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.07.2007

Hartmut Kaelbles "Sozialgeschichte Europas" ist den Erwartungen des Rezensenten Ulrich Teusch nicht ganz gerecht geworden. Wegen des Buchtitels hat er nämlich auf ein Werk vom Zuschnitt von Tony Judts mitreißender "Geschichte Europas" gehofft. Stattdessen hat er ein Hand- oder Lehrbuch vorgefunden, das eine "erste, zuverlässige Orientierung" vermittelt und vor allem für Studenten "bei der Prüfungsvorbereitung" von Nutzen sein dürfte. Richtig gefesselt hat ihn das Buch nicht, auch weil ihm die Darstellung in den zwölf Kapiteln zu Themen wie Familie, Arbeit, Konsum und Lebensstandard, soziale Ungleichheit, Migration usw. zu spröde scheint. Dennoch zollt er der Gesamtleistung des Autors Respekt, wenn er auch darauf hinweist, dass sich die Qualität der Ausführungen nicht immer auf dem gleichen Niveau bewegt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2007

Wider den Europa-Skeptizismus! Ruft der Rezensent mit dem Buch von Hartmut Kaelble in der Hand. Was der Historiker an sozialgeschichtlich Lehrreichem vor allem über europäische Gegenwart "minuziös" herausarbeitet, empfiehlt Hans Woller nicht nur Studenten als neuen Standard. Europa als lebenspraktische, wohlfahrtsstaatliche Gemeinschaft - in Wollers Ohren klingt das richtig gut. Seine Einwände, Kaelble sei noch zu verhalten, was die Leistungen des Kontinents nach 1945 betrifft, andererseits aber womöglich etwas zu optimistisch in Bezug auf die Osterweiterung, gehen für Woller auf in dem hoffnungsvollen Fazit, Europas kulturelles Potential sei noch lang nicht erschöpft.
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