Illustrationen von Ed Piskor. Aus dem Amerikanischen Thomas Stegers. Nie zuvor in der amerikanischen Literatur und Kultur hatte es etwas Vergleichbares gegeben: Gegen die Ängste der Spießer, gegen den zwanghaften Konformismus, setzten die Beats ungezügelten Sex, Drogenkonsum zur Entspannung, bedingungslose Entwurzelung und vor allem experimentelles Schreiben jeglicher Art. Allen Ginsbergs "Howl and Other Poems" setzte Maßstäbe. "On the Road" gilt als Manifest der Beatniks und als einer der wichtigsten Texte der amerikanischen Subkultur. Die Graphic Novel "The Beats" erzählt faktenreich aber nie wissenschaftlich ihre Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2011
Diese so ungewöhnliche Darstellung der amerikanischen Literatenszene der Beats ringt Rezensent Martin Zähringer einige Anerkennung ab. In Form einer Graphic Novel haben sich siebzehn Zeichner und Texter daran begeben, die Lebensgeschichten dieser in den fünfziger Jahren berühmt gewordenen, anarchischen und unkonventionellen Autoren zu erzählen. Während die Illustrationen genügend Distanz zu den Originalen aufweisen und deshalb auch autonom zu würdigen sind, so Zähringer, überzeugen die angenehm zu lesenden Texte durch kritische Sichtweisen auf die Biografien der damaligen Akteure. So erfährt der Rezensent beispielsweise, dass Jack Kerouac, einer der Hauptvertreter der Beat-Szene durchaus auch rassistische und antisemitische Töne anschlug. Der Kritiker sieht darin eine ganz angebrachte Entmythisierung der Protagonisten, freut sich vor allem aber über eine literaturgeschichtliche Horizonterweiterung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.02.2011
So eine Gemeinheit. 30 Jahre lang wurde die autobiografische Serie "American Splendor", mit der Harvey Pekar zu einem der bedeutendsten Comicautoren avancierte, in Deutschland nicht beachtet. Der erste Band, der von diesem wegweisenden Autor nun auf Deutsch erscheint ist, ausgerechnet sein schlechtester. Meint zumindest Christian Schlüter, der gar nicht fassen kann, wie banal diese Geschichte der Beat-Literaten ausgefallen ist: "'Juhu!' macht Kerouac, als er seinen ersten Roman verkauft." Ohne Idee, ohne Fantasie handelt Pekar die Biografie der Autoren ab, erst tat Ginsberg dies, dann tat Burroghs das, ohne Sinn für den gewaltigen Stoff aus Sex, Drogen, Mord. "Das ist nicht Literatur", schimpft Schlüter, "das ist Wikipedia ohne Links". Dafür mit Bildern von Ed Piskor, die in ihrer Blutarmut den Rezensenten auch nicht trösten. Das verhuschte Lektorat gibt ihm dann den Rest.
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