Im Auftrag des Zwinglivereins herausgegeben von Emidio Campi, Detlef Roth, Peter Stotz und anderen. Heinrich Bullinger (1504-1575), schweizerischer Reformator und Historiker, wurde nach dem Tode Huldrych Zwinglis dessen Nachfolger in Zürich. Obwohl er Zürich fast nie verließ, kommt ihm eine überragende Bedeutung für den Durchbruch, die Festsetzung und Bewahrung der reformatorischen Bewegung in Europa zu. Fast ausschließlich auf schriftlichem Wege beeinflussßte der Antistes von Zürich Theologen und Kirchenmänner, Politiker und Gelehrte. Die ungedruckten und gedruckten Werke des Reformators sowie der ausgedehnte Briefwechsel stellen eine einzigartige Quelle für die europäische Reformationsgeschichte dar. Die vielfältige Thematik der Schriften und Briefe betrifft Theologen, Historiker, Wirtschaftshistoriker, Soziologen und Sprachwissenschaftler.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2007
Thomas Maissen begrüßt diese siebenbändige Ausgabe von Schriften des Schweizer Reformators, Theologen und Politikers Heinrich Bullinger (1505-1575), die im Umfeld der kritischen Werkedition entstanden ist, sich aber in moderner deutscher Übertragung an ein breiteres Publikum wendet. Die große Wirkung Bullingers im 16. Jahrhundert erklärt Maissen mit der gesellschaftlichen und politischen Relevanz seiner Schriften und insbesondere mit ihrer Ausrichtung auf die alltägliche Praxis. In diesem Zusammenhang berichtet er über die Abhandlung "Der christliche Ehestand", die nicht nur eherechtliche, sondern auch Fragen nach der richtigen Partnerwahl, Hochzeitsbräuche, den Ehealltag und die Geschlechterrollen behandelt. Als Bullingers bedeutendsten Beitrag zur reformierten Lehre würdigt er dessen Föderaltheologie.
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