Herausgegeben und mit einem Nachwort von Nils Römer. Heinrich Graetz (1817-1891) war der bedeutendste jüdische Historiker des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Geschichte der Juden (11 Bände, 1856-1876) schrieb Graetz das bis heute wirkungsmächtigste Werk der jüdischen Historiographie. Die seit Jahrzehnten nicht mehr greifbare und dem Hauptwerk vorangehende Programmschrift des jungen Graetz "Die Construktion der jüdischen Geschichte" (1846) enthält den theoretischen Kern seines Lebenswerkes: Für Graetz ist das jüdische Volk das Subjekt einer langen, ununterbrochenen, eigengesetzlichen und eigenständigen jüdischen Geschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Graetz denkt die jüdische Geschichte als eine Leidens- und Gelehrtengeschichte der Juden, die nicht nur durch die gemeinsame Religion, sondern auch durch die lange gemeinsame Geschichte als ein Volk geeint werden. Nicht zuletzt durch Graetz` Historiographie wird die jüdische Geschichte, nachdem Säkularisierung und Modernisierung die Macht der Religion gebrochen haben, ein wichtiger Faktor in der modernen jüdischen Identität.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2001
Heinrich Graetz war der bedeutendste Historiograf des Judentums im 19. Jahrhundert. Seine elfbändige "Geschichte der Juden" (und deren dreibändige Kurzfassung) waren, darauf weist der Rezensent (Kürzel aki.) hin, weder vom Umfang noch von der Verbreitung her, übertroffen. Dieser (erstmals 1846 erschienene) Band nun ist so etwas wie die theoretische Grundlegung dazu. Gegen geschichtstheologische Deutungen versteht Graetz "die jüdische Geschichte als Organ der Säkularisation" - und hat damit, so der Rezensent, vermutlich noch Gerschom Sholem beeinflusst.
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