Wann immer die radikalen Kritiker der Bundesrepublik vor Gericht kamen, stand ihnen Heinrich Hannover als Anwalt zur Seite. Die Bundesrepublik hatte mit den Terroristen der ersten und zweiten Generation längst ihre Schuldigen benannt, aber Heinrich Hannover liefert uns anhand seiner spannendsten Fälle eine andere Sicht der Dinge und zeigt uns, daß sich auch in späteren Jahrzehnten der Staat stets gegen seine Kritiker zur Wehr setzte und daß in seinem Justizapparat oft noch die "furchtbaren Juristen" des Nationalsozialismus das Sagen hatten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2000
Der Staatsrechtler Ulrich K. Preuss hat in einer äußerst sachkundigen und anschaulichen Kritik die beiden Erinnerungsbände des Strafverteidigers Heinrich Hannover besprochen. Sie gäben einen guten Überblick über die vier unterschiedlichen Arten von politischen Strafprozessen in der Bundesrepublik: die Kommunistenprozesse in den fünfziger und sechziger Jahren, dann Mitte der sechziger Jahre die Prozesse gegen die Schüler- und Studentenbewegung, in den siebziger Jahren die Terroristenprozesse und schließlich die justizielle Bewältigung des Regimeunrechts der DDR. Das lese sich wie "eine autobiographische Fortsetzung für die Bonner Republik" - Heinrich Hannover, "ein Strafverteidiger von dezidiert bürgerlicher Herkunft" immer mittendrin. Obwohl Hannover über "heute geradezu abenteuerlich anmutende juristische Konstruktionen von strafrechtlicher Schuld" noch immer empört ist, erliegt er nicht der Versuchung, seine Gegner nachträglich moralisch zu besiegen, befindet Preuss. Schließlich lobt er noch die "klare, schnörkellose" Sprache: Man könne die Bücher auch "wie eine Serie aufregender Kriminalgeschichten lesen".
Den zweiten Band der Erinnerungen des Rechtsanwalts Heinrich Hannover lässt "die Zeit" von Uwe Wesel besprechen. Wesel, ebenfalls Jurist linker Provenienz, hält eine ganze Menge von Hannovers Aufzeichnungen: "Es ist eine der wichtigsten Beiträge zur Rechtsgeschichte der Bundesrepublik." Hannover, ein ebenso so sensibler wie seriöser Anwalt, so Wesel, habe nach vier Jahrzehnten vor Gericht viel zu erzählen: Von Terroristenprozessen, dem Versuch, Carl von Ossietzky zu rehabilitieren, von der Verteidigung der früheren DDR-Machthaber. Und er tue dies "in einer schönen und verständlichen Sprache", schreibt Wesel: "Ein Klassiker über die politische Jusitz der Bundesrepublik".
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