"Deutschland. Ein Wintermärchen" ist Heines bedeutendste politische Dichtung. Heines sensible Wahrnehmung sozialer, religiöser und politischer Veränderungen in seiner Heimat und Europa, gepaart mit seiner unübertroffenen Fähigkeit des spöttelnden ironischen Witzes und assoziativen Denkens, ergaben 1844 jene berühmten Verse, von denen er selbst meinte, sie wären "mit großer Leichtigkeit" entstanden und "höchst humoristisch".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2006
Rezensent Wolfgang Schneider mochte Katharina Thalbachs Lesung dieses berühmten Langgedichts von Heinrich Heine, obwohl er einräumt, das dies Geschmackssache ist. Entweder man möge Thalbachs "sublimierten Görencharme, ihre herzerfrischende Rauhkehligkeit", oder nicht. Schneider hörte ihr, wie er schreibt, gerne zu. Besonders, wenn sie einen Gang runterschaltet und das Poetische zur Geltung bringt. Die spezifisch heinesche Melancholie jedoch fand er von Thalbachs "seufzerschwerer Berliner Trauer" nicht wirklich getroffen.
Elisabeth von Thadden lobt diese Hörbuchfassung von Heines "Wintermärchen" ohne Einschränkung. In ihrer kurzen Kritik hebt sie hervor, dass gerade Thalbachs "Diktion" besonders gut geeignet ist, Heine zu lesen, da sie nicht "frivol" sei, - einen Vorwurf den man Heine auch schon immer gern angehängt habe, wie von Thadden mitteilt - sondern "raue Freude" vermittle. Wer glaubt, das Wintermärchen in- und auswendig zu kennen, wird überrascht werden, denn durch jede Neuinterpretation höre man den Text auch anders, betont die Rezensentin, die findet, Thalbach habe dem Text mit ihrer Lesart "neues Leben" eingehaucht.
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