Gesprochen von Katharina Thalbach. 1 CGD, 59 Minuten. Mascha Kaléko wollte keine feingeistige Literatur für einen ausgewählten Kreis schreiben, sie verfasste "Gebrauchspoesie" - Gedichte, die man zum Leben braucht. Ihre schnörkellose Sprache und der direkte Tone machen zu einer der prominentesten Dichterinnen deutscher Sprache.
Diese Zuordnung teilt sie damals wie heute mit Erich Kästner, Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky - stets jedoch bedacht darauf, ihren eigenen Weg zu gehen. Um der Vielfältigkeit ihrer Gedichte gerecht zu werden, bildet die Anthologie drei Kapitel ab, die Kalékos Lebensweg beschreiben. "Lieder für Liebende", "Im Exil" und "Das sogenannte Rad des Lebens" geben eine Idee des Wirkungskreises der Gebrauchslyrikerin. Meisterhaft interpretiert Katharina Thalbach die kecke, gegenwartsnahe Lyrik, die Ironie wie auch Gefühl nicht vermissen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2018
Rezensentin Julia Bähr ist begeistert von Katharina Thalbachs Einlesung von Mascha Kalekos Gedichten. Besonders zu den späten, eher düsteren Texten scheint ihr Thalbachs brüchige Stimme perfekt zu passen. Auch wenn die frühen Texte eigentlich einen "helleren Klang" nötig gehabt hätten, wie Bähr schreibt, ergibt sich beim Hören für sie ein verblüffender Effekt: Die Gedichte, meint sie, "wachsen in die Stimme hinein", so als würde eine ältere Frau sich an frühere Zeiten erinnern. Dass das Ungestüm der frühen Texte etwas auf der Strecke bleibt, kann Bähr auf die Art verkraften.
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