Hrsg. v. Heinz-Gerhard Haupt u. Dieter Langewiesche. In einer konfessionell gespaltenen Gesellschaft wie der deutschen hat das Verhältnis von Nation und Religion eine ganz besondere Bedeutung. In dem Maße, in dem der Protestantismus für das nationale Selbstverständnis wichtiger wurde, waren die Katholiken aus der nationalen Gesellschaft ausgeschlossen. In dem Band werden die Phasen und Ergebnisse der protestantischen Markierung der Nation und deren Auswirkungen auf das Verhältnis von Katholiken und Juden zur deutschen Nation beleuchtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2002
Thomas Brechenmacher ist ein wenig enttäuscht von dem von Heinz-Gerhard Haupt und Dieter Langewiesche herausgegebenen Tagungsband über das Verhältnis von Religion und deutscher Nation. Ob die Nationalismusforschung mit den hier versammelten Zugriffen auf die Religions- und Konfessionsthematik wesentlich weiterkommen kann, wagt Brechenmacher zu bezweifeln. Dem Beitrag über Katholizismus und Nationalismus wirft er Mangel an methodischer Differenzierung und tieferer Kenntnis katholischer Geisteswelt und Geistesgeschichte vor. Spannender werde es, wo Randbereiche oder Sonderkulturen in ihrem exemplarischen Aussagekraft beleuchtet werden, hält Brechenmacher fest. In diesem Zusammenhang lobt er insbesondere Hartmut Zwahrs Beitrag über den "Mikrokosmos" der Lausitzer Sorben und Thomas Götz' Beitrag über das Neben-, Mit- und Gegeneinander von katholischem Liberalismus, Ultramontanismus, deutscher und italienischer Nationalität in Tirol. Auch Andreas Gotzmanns Aufsatz über jüdische Theologie und Staat in der Emanzipationszeit findet seine Anerkennung. Abgesehen von diesen "Höhepunkten" ist dem Band nach Ansicht des Rezensenten kaum mehr zu gewinnen, als Wolfgang Altgeld bereits 1992 in seinem Buch über Katholizismus, Protestantismus und Judentum oder Thomas Nipperdey in seiner "Deutschen Geschichte" "präzise" und "ohne Modeströmungen zu strapazieren" auf den Punkt gebracht haben.
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