Herausgegeben von Heinz Ludwig Arnold und Hermann Korte. Unter Mitarbeit von Nadine J. Schmidt und Axel Ruckaberle. 500 Gedichte von 180 Lyrikerinnen und Lyrikern der DDR: Diese umfassende und repräsentative Sammlung dokumentiert im chronologischen Längsschnitt die vielstimmige Geschichte der DDR-Lyrik. Sie beschränkt sich dabei nicht nur auf die Jahre der Existenz der DDR von 1949 bis 1990, sondern beginnt schon 1945 und gibt darüber hinaus einen Überblick über das erste Jahrzehnt nach der Maueröffnung ("DDR-Lyrik nach dem Ende der DDR"). Es ist ein "starkes Stück" deutscher Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur, nicht nur in politisch-weltanschaulicher Hinsicht, sondern vor allem auch ästhetisch: In den Blick gerät ein breites Spektrum lyrischer Genres, Schreibweisen, Sprachstile, Themen und Positionen, das nicht vergessen werden sollte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2010
Rüdiger Görner hat nur Lobenswertes in der von Heinz Ludwig Arnold und Hermann Korte herausgegebenen Anthologie mit Lyrik der DDR gefunden. Die Auswahl der Herausgeber, die auf staatstreue Parteillyrik verzichtet haben, die Entscheidung für eine chronologische Anordnung und den Entschluss, die Sammlung nicht mit dem Jahr des Mauerfalls enden zu lassen, findet der Rezensent gut und richtig. Somit könne man hier nicht nur das hohe poetische Niveau der DDR-Lyrik entdecken, sowie "Entwicklungen und Konstanten" innerhalb des Werks einzelner Lyriker ausmachen. Zudem lassen sich Kontinuitäten und Abgrenzungen im lyrischen Schaffen der Nachwendeautoren wie Uwe Kolbe, Kathrin Schmidt oder Lutz Seiler nachverfolgen, so Görner. Er preist die Anthologie als für die Lyrik der DDR repräsentativen Band, der seinen "Anspruch", den eigenständigen "lyrischen Wahrnehmungs- und Reflexionsraum" abzubilden, überzeugend einlöst.
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