Am 3. Oktober 1990 entstand ein neues Land. Eine neue Epoche brach an. Seit 20 Jahren leben wir nun in diesem Deutschland. Und die Literatur? In 400 Gedichten von 100 Lyrikern und Lyrikerinnen spüren Michael Lentz und Michael Opitz dieser Gegenwart nach. Entstanden ist ein facettenreiches Porträt eines jungen Landes, ein breites Spektrum politischer und poetischer Positionen, ein Dokument der jüngsten Lyrikgeschichte.
Dem "poetologischen Zahn der Zeit" wirklich nachzuspüren, gelingt nur wenigen Lyrikanthologien, meint Rezensent Florian Amrhein, dem genau zweieinhalb für die letzten zehn Jahre einfallen. Aber auch der von Michael Lentz und Michael Opitz herausgegebene Band "In diesem Land" nimmt die Hürde mit Bravour. Deutschsprachige Gedichte aus zwanzig Jahren sind darin versammelt, die allein durch ihren Deutschlandbezug miteinander verbunden sind. Nicht ganz klr wird, worin der besteht, und ob hier auch österreichsiche und Schweizer Dichter Einlass gefunden haben. Einige Dichter vermisst Rezensent Amrhein auf jeden Fall, darunter Ann Cotten und den Herausgeber Michael Lentz selbst, auf einige hätte er auch verzichten können, aber alles in allem ist er mehr als zufrieden mit dieser "gelungenen Gedichtsammlung".
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