Herausgegeben von Herbert Schmidt. Mit 5 Abbildungen von Gerhard Richter, einem Geleitwort von Stéphane Hessel und einem Nachwort von Joseph A. Kruse. Enthalten sind 305 Autorinnen und Autoren mit 1200 Gedichten, unter anderem Paul Celan, Hilde Domin, Alfred Döblin, Else Lasker-Schüler, Norbert Elias, Franz Kafka, Otto Mainzer, Eugenie Fink, Alfred Gong, Mela Hartwig, Ernst Blass, Hanna Blitzer, Walter Hasenclever, Elazar Benyoëtz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2012
Durchwachsen findet Martin Maurach diese Anthologie, die Herbert Schmidt herausgegeben hat. Der Band bietet in seinen Augen auf über 1200 Seiten ein umfassendes Bild deutschjüdischer Dichtung vom achtzehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart und ermöglicht die Begegnung mit bekannten, unbekannten, vergessenen und aus dem kulturellen Gedächtnis gelöschten Autoren. Neben literarisch wichtigen Werken findet er auch eine Reihe von weniger gelungenen Gedichten, deren Auswahl auf ihrem dokumentarischen Wert basiert. Maurach zollt dem Herausgeber seine Anerkennung für die umfangreiche Auswahl, bezeichnet den Band als Ergebnis "liebevollsten Sammelfleißes". Allerdings hält er auch fest, dass vorliegende Anthologie zu 99 Prozent aus schon erschienen Bänden und Anthologien zusammengestellt ist. Zudem bleibt für ihn einiges unbefriedigend. So vermisst er etwa Angaben zum Erstruck und den Entstehungsdaten der Gedichte. Auch die bio-und bibliografischen Angaben sowie die Wort- und Sacherläuterungen hält er häufig für wenig überzeugend und bisweilen sogar fehlerhaft.
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