Helena Adler

Miserere

Drei Texte
Cover: Miserere
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2024
ISBN 9783990274071
Gebunden, 80 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Am 5. Januar 2024 ist Helena Adler gestorben, mit vierzig Jahren, viel zu früh. Für drei Bücher hat die Zeit gereicht, und mit diesen Büchern, vor allem aber mit "Die Infantin trägt den Scheitel links" ist es ihr gelungen, sich in die Geschichte der neueren deutschsprachigen Literatur einzuschreiben. Mit  Sprachlust, mit  Wortwitz, auf Leben und Tod und mit Hohn und Spott und Zähnen und Klauen hat sie sich ihrer Herkunft gestellt und der Alptraumidylle der österreichischen Provinz auf der Wetterseite einen frischen Anstrich verpasst. Sie hat auf Biegen und Brechen alle Register gezogen, denn ihre Literatur war nicht nur ein sehr großer Spaß, sondern immer auch eine sehr ernste Angelegenheit. Das zeigt sich auch an den drei noch zu Lebzeiten abgeschlossenen Texten, die dieser Band versammelt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.09.2024

Rezensent Samuel Hamen findet die Wut und die Sprache in diesem Nachlasstext von Helena Adler bemerkenswert. Der Band beinhaltet laut Hamen drei Texte aus der Zeit zwischen November 2022 und April 2023 der im Januar verstorbenen Autorin. Die Texte sind unerbittlich in ihrer Darstellung der österreichischen Provinz und ihrer Opfer, so Hamen. Adlers lustvolle Sprache, die das Heile wie das Kranke einkreist, dicht und dunkel, ist auf diesen 72 Seiten zu erleben, erklärt der Rezensent tief beeindruckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2024

Zwei Werke der im Alter von vierzig Jahren verstorbenen Helena Adler erscheinen in einem neuen Band, den Rezensent Tobias Lehmkuhl anscheinend mit gemischten Gefühlen gelesen hat. Eine Geschichte handelt von dem Dorf Unterjoch, in dem der Maurer Josef lebt, der sich einem korrupten Bürgermeister gegenübersieht, resümiert der Kritiker. Adler übt sich hier aufs Neue in der Kunst der "Österreich-Beschimpfung" und spart dabei nicht mit Klischees - der Kritiker findet das eher albern. Die andere Erzählung handelt von einer Frau, die von einem "gestaltwandlerischen Gnom" verfolgt wird, der ihre Melancholie darstellen soll. Das ist dynamisch erzählt und "flutscht", leider schafft Adler es nicht, dass Motiv der Melancholie wie Matthias Grünewald in ihrer "grotesken Grausamkeit" darzustellen und die Handlung erschöpft sich eher in "sprachwitzelnden Pointen", schließt der Kritiker.

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