Helmut Gollner, Klaus Zeyringer

Eine Literaturgeschichte

Österreich seit 1650
Cover: Eine Literaturgeschichte
Studienverlag, Innsbruck 2012
ISBN 9783706549721
Gebunden, 840 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Jedes Werk in deutscher Sprache als "deutsche Literatur" zu bezeichnen, ist kultur- und literarhistorisch keineswegs haltbar. Beginnend mit den ersten deutlichen Äußerungen eines Österreich-Begriffes als staatspolitisches Konzept im 17. Jahrhundert bis herauf in die Gegenwart, liegt mit diesem Werk erstmals - in dieser literatursoziologisch fundierten Art - eine umfassende Geschichte der österreichischen Literatur vor. Für den interessierten Laien ebenso wie für Fachleute aus der Wissenschaft gut lesbar aufbereitet, erfassen Klaus Zeyringer und Helmut Gollner Formen, Strukturen, Funktionen und Evolutionen des literarischen Lebens in Wechselbeziehung zu gesellschaftlichen Realitäten im Österreich der letzten 350 Jahre und geben erhellende Einblicke in die anerkannt wichtigen wie auch in weniger bekannte Werke.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2013

Schwieriges Unterfangen, findet Karl Markus Gauss angesichts dieser von Klaus Zeyringer und Helmut Gollner vorgelegten Literaturgeschichte Österreichs von 1650 bis heute. Was ist das denn, eine österreichische Literatur?, fragt Gauss und findet die Frage von den Autoren unaufgeregt, mit Umsicht und ohne die Beschwörung einer spezifisch österreichischen Geistigkeit beantwortet. Literatursoziologisches und Sozioökonomisches, etwa über frühe österreichische Bestseller und Zensur, lernt der Rezensent, und sehr viel über die Zeit nach 1945. Die Doppelspitze der Autoren findet Gauss übrigens durchaus gelungen, bringt ihm der Germanist Zeyringer doch Theorie und Epochen bei, während der Kritiker Gollner glänzende, kompakte Autorenporträts zeichnet. Dass der eine in seinen Porträts mitunter genau jene Klischees bestätigt, die der andere in seinen Ausführungen über wechselnde Kanons zu entkräften sucht, gehört für Gauss zu den kuriosen Momenten des Bandes. Im Ganzen aber blickt er auf eine überwältigend kenntnisreiche und zur Diskussion anregende Lektüre zurück.

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