Aus dem Englischen von Rudolf Hermstein. Mit ca. 100 s/w-Fotos. Der Duft von Chanel No 5 liegt über den Kindheitsbildern von Helmut Newton. Noch mit 81 Jahren erinnert er sich deutlich an seine schöne, begehrenswerte Mutter, die ein wenig versnobte Berliner Fabrikantengattin. Bevor sie abends ausging, pflegte sie an sein Bett zu kommen und ihn in die Arme zu schließen. Der kleine Junge genoss ihren Duft, ihre Rundungen, ihre Attraktivität. Wohlstand und eine liberale Gesinnung prägten Newtons Kinder- und Jugendjahre, bis die jüdische Familie 1938 Deutschland verlassen musste. Schon als sehr junger Mann war er fasziniert von Mode und Mädchen. Da ihn die Schule langweilte und er unbedingt fotografieren wollte, trat er mit 16 Jahren ins Atelier der berühmten Fotografin Yva ein. Bis heute, so Newton, inspirieren ihn das Mysterium der wie aus dem Nichts auftauchenden Bilder und die Geheimnisse der Sexualität.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.11.2002
Autobiografien erinnern Julia Encke immer wieder an Buchhaltungen. Bei einem Starfotografen wie Helmut Newton werden da natürlich schöne Frauen bilanziert, bemerkt die Rezensentin. Der Leser muss selbst entscheiden, ob er hier die Lebenserinnerungen eines Angebers oder eines verführerischen Don Juan liest, so Enke. Die Rezensentin hat sich für den Don Juan entschieden, allerdings mit Einschränkungen. Denn Newtons Zweiteilung des Bandes in Leben und Arbeit hätte Encke eher in das Leben vor und das Leben nach June unterteilt. Die australische Schauspielerin, Newton große Liebe, setzte dem erotischen Treiben des Fotografen ein jähes Ende - was Encke doch mit einigem Bedauern zur Kenntnis nimmt.
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