Wie kaum ein anderer Unternehmer hat sich Reinhard Mohn mit den politischen und kulturellen Veränderungen der zurückliegenden Jahrzehnte kritisch auseinandergesetzt. Erstmals stellt er in seinem Buch, das in Gesprächen mit Andrea Stoll entstanden ist, die Entwicklung seines unternehmerischen Handelns in den Zusammenhang mit wegweisenden persönlichen Erlebnissen. In der Reflexion seines unternehmerischen und gesellschaftspolitischen Engagements ist Reinhard Mohn bis heute ein Fragender geblieben, der aus seinem Blick auf eine bewegte Vergangenheit den Horizont für die drängenden Fragen der Gegenwart öffnet. Aus der Summe seines Lebenswerkes formuliert er Thesen für ein friedliches Miteinander in einer globalisierten Welt. Sein persönlichstes Buch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2008
Eindeutige Anzeichen haben wir nicht entdecken können, aber es besteht die Möglichkeit, dass diese Besprechung von Reinhard Mohns Erinnerungen ironisch gemeint ist. Man glaubt den Bertelsmann-Chef selbst sprechen zu hören! In sperrigster Patriarchen-Prosa gibt uns Gustav Seibt Aufschluss, nein Rechenschaft, über seine Lektüre, die ihm tiefe Einblicke gewährte in eine Unternehmensphilosphie - Leistung, Vertrauen, Teilhabe, Dialog -, die Gütersloh zum bescheidenen Zentrum der Medienwelt machte. Auch "geistige Orientierung" hat Seibt hier bekommen, die ihm vor allem in diesen unwägbaren Zeiten sehr gelegen kommen - Stichwort: "ineffektive Streitkultur". In den schönsten Passagen preist Seibt Mohns auch "von Caesar verwendete Patrizieridom", die Buchclubs, "deren Elastizität und Reißfestigkeit an die Katholische Kirche erinnern", oder auch "das Säkularisat puritanischer Ethik".
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